Der Stuttgarter Adler

Der Stuttgarter Adler wurde von Studenten der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik speziell für seine Aufgabe - die Gewinnung von Fernerkundungsdaten und die Messung der BRDF - entworfen und konstruiert. Er unterscheidet sich hierdurch und durch die Beachtung von sicherheitsrelevanten Faktoren von den Modellflugzeugen, wie sie von Hobbypiloten verwendet werden.
| Technische Daten | |
| Spannweite: | 4,33 m |
| Gesamtlänge: | 2,66 m |
| Maximales Startgewicht: | 25 kg |
| Nutzlastkapazität: | 4 - 5 kg |
| Antrieb | |
| Motoren: | 2x PolyTec C42-62 |
| elektrischer Antrieb |
| Flugzeit: | 30+ Minuten |
| Akkus: | 2x 10s2p 8000 mAh LiPo |
Der Entwurf sieht einen großen Rumpf für die Instrumentierung vor, das elektrische Antriebssystem ist in zwei Triebwerksgondeln im Tragwerk untergebracht. Ein weiteres Merkmal ist ein Rettungsfallschirm, der bei einem Systemausfall den Schaden an der Nutzlast minimieren soll und verhindert, dass das Flugzeug unkontrolliert weiterfliegt oder abstürzt.
Das Flugzeug ist für den Transport zerlegbar, die Größe der Teile wurde so gewählt, dass ein normaler Kombi sie aufnehmen kann. Die nötigen Gerätschaften am Boden wurden ebenfalls unter dieser Voraussetzung ausgewählt.
Die aerodynamische Auslegung wurde in Kooperation mit dem Institut für Aerodynamik und Gasdynamik der Universität Stuttgart durchgeführt. Dabei wurde auf eine robuste Auslegung geachtet, die bei genügender Sicherheit ein Maximum an Nutzlast ermöglicht.
Außer dem Stuttgarter Adler wird am IRS ein „Trainer“ betrieben, ein etwas kleineres Flugzeug mit ähnlichen Eigenschaften wie der Stuttgarter Adler, welches zu Testzwecken dient. Zum einen wird es von den Piloten zum Üben verwendet, zum anderen werden die Flugregelung und einzelne Messinstrumente erprobt.
Flugregelung
Der Stuttgarter Adler wurde mit dem Flugsteuerungssystem Paparazzi ausgestattet, das zur Flugregelung während der Messflüge genutzt wird. Teil der Hardware dieses Systems sind Thermoelemente als Lagesensoren sowie ein Kreisel für die Rollachse. Dies ermöglicht eine exaktere Einhaltung der Flugroute und eine ruhigere Fluglage als eine manuelle Steuerung, was die Güte der Luftbilddaten sowie deren Auswertbarkeit beträchtlich erhöht.
Das System basiert auf frei verfügbarer, offener Software sowie offener Hardware bestehend aus gängigen Elektronikbauteilen. Es bietet dem Nutzer umfassende Möglichkeiten zur Anpassung und Ergänzung der Hard- und Software, welche mit Hilfe der ebenfalls enthaltenen Simulationsumgebung überprüft werden können.