Das studentische Satellitenprojekt SOURCE-2 des Kleinsatellitenvereins KSat e.V. hat den Preliminary Requirements Review (PRR) erfolgreich abgeschlossen. Damit bestätigt das Team die technische Reife seines Konzepts und erreicht einen wichtigen Meilenstein. SOURCE-2 nähert sich damit seinem Ziel, einer der ersten europäischen studentischen Satelliten zu werden, der aktive Orbitänderungen durchführen kann.
SOURCE steht für Stuttgart Operated University Research CubeSat for Evaluation and Education. Nach dem Vorgängerprojekt SOURCE, das voraussichtlich 2027 starten wird, setzt SOURCE-2 die Vision fort Studierenden echte Raumfahrtmissionen und modernste Technologieentwicklung zu ermöglichen.
Enge Zusammenarbeit – lokal verankert, international vernetzt
Wie bereits bei SOURCE entsteht auch SOURCE-2 in enger Kooperation zwischen KSat e.V. und dem Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart. Das IRS unterstützt das Team mit wissenschaftlicher Expertise sowie modernsten Tools, Laboren und Testeinrichtungen. Diese Kombination ermöglicht eine praxisnahe Ausbildung, die im europäischen Vergleich herausragt.
Darüber hinaus arbeitet das Team national mit SeeSat e.V. und der Hochschule Aalen sowie international mit der Swinburne University of Technology in Australien zusammen – insbesondere im Bereich der wissenschaftlichen Nutzlasten. Die Studierenden erleben dadurch unmittelbar, dass Raumfahrt in der Regel international vernetzt stattfindet und komplexe Zusammenarbeit über Grenzen hinweg erfordert.
Technologien der nächsten Generation
SOURCE-2 baut technologisch auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts und weiteren erfolgreichen Satellitenprojekten des IRS auf, wie zum Beispiel des Flying Laptop oder des EIVE-Satelliten, und hebt Professionalität und Systemarchitektur auf ein neues Niveau. Ein Schwerpunkt wird auf On-Orbit Servicing und Active Debris Removal gesetzt mit einem zusätzlichen Fokus auf Nachhaltigkeit auch im Raumfahrtkontext. Die Hauptnutzlast DETEKT (Demonstration Tracking of E-paper MarKer Targets) ermöglicht es, verschiedene Erkennungs-Marker-Systeme unter verschiedenen Lichteinflüssen des niedrigen Erdorbits zu testen und zu demonstrieren. Gleichzeitig sollen auch PR Bilder angezeigt und abgebildet werden, um Schülerinnen und Schüler für das Thema der Raumfahrt und für MINT Studiengänge zu begeistern. FerroWheels erlauben die Demonstration einer verschleißarmen Alternative zu klassischen Reaktionsrädern. Zudem wird das PETRUS-Triebwerk des IRS in den Satellitenbus integriert – ein Schlüssel, damit SOURCE-2 aktiv Orbitmanöver durchführen kann und damit neue Standards in der studentischen Raumfahrt setzt.
Part of THE aerospace LÄND
SOURCE-2 ist „Part of THE aerospace LÄND“ und wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen der Luft- und Raumfahrtstrategie des Landes gefördert.
Durch die enge Kooperation, den Austausch mit Projektpartnern und die Einbindung in das Forschungsnetzwerk des IRS liefert SOURCE-2 nicht nur einen wissenschaftlichen Mehrwert, sondern bildet auch die Basis für eine breitere Bildungsinitiative, die Schülerinnen, Schüler und die Öffentlichkeit für MINT und Raumfahrt begeistern soll.
Mit dem erfolgreichen PRR ist das Fundament für den nächsten Schritt gelegt: Phase B kann beginnen – die detaillierte Ausarbeitung des Satellitendesigns.
Links zur News:
- SOURCE-2 Projekt-Homepage
- Feasibility Study of the SOURCE-2 CubeSat Mission for the Demonstration and Technologies for Future Servicing Missions, M.Kanzow et al., IAC 2025, ResearchGate
- Der Studentische Kleinsatellitenverein KSat e.V.
Luft- und Raumfahrtforschung an der Universität Stuttgart
Die Stuttgarter Luft- und Raumfahrt ist eine bundesweit einzigartige interdisziplinäre Ideenschmiede für Schlüsseltechnologien im All und auf der Erde. Forschende der Universität Stuttgart bündeln Expertisen auf den Gebieten der Klima- und Energieforschung, Kommunikationstechnologie, Antriebstechnik sowie des KI-basierten Fliegens. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Erforschung nachhaltiger technologischer Lösungen, die die ökologischen Auswirkungen der Luft- und Raumfahrt minimieren sollen. Geforscht wird interdisziplinär und im engen Dialog mit regionalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie, etwa im Rahmen der Sonderforschungsbereiche ATLAS (SFB 1667) und SynTrac (SFB-TRR 364). Als Partner von THE Aerospace LÄND trägt die Universität Stuttgart zur Umsetzung der baden-württembergischen Landesstrategie bei, die Luft- und Raumfahrt bis 2050 nachhaltig, digital und kooperativ zu machen. Ihren Studierenden bietet die Universität eine fundierte ingenieurwissenschaftliche und anwendungsorientierte Ausbildung. In der Nachwuchsförderung kooperiert sie mit der „Zukunftsoffensive Luft- und Raumfahrt-Nachwuchs“, einer Initiative des Landes Baden-Württembergs, die sich für die Stärkung der Nachwuchsförderung in den MINT-Fächern engagiert.