SOFIA Redux Logo.

SOFIA Data Center veröffentlicht neue Software-Version: SOFIA Redux 1.4

30. Januar 2026 /

[Bild: NASA / USRA.]

Das SOFIA Data Center (SDC) der Universität Stuttgart hat die Version 1.4 der Datenreduktionssoftware SOFIA Redux veröffentlicht. Mit diesem Release übernimmt das SDC offiziell die Weiterentwicklung der Software, die bis zu seiner Schließung im August 2023 vom SOFIA Science Mission Operations Center (SMO) am NASA Ames Research Center in Mountain View Kalifornien entwickelt und gepflegt wurde.

SOFIA Redux (sofia_redux) stellt leistungsfähige Datenreduktions-Pipelines für folgende Instrumente des Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA) bereit:

  • EXES – Echelon X (cross) Echelle Spectrograph
    Hochauflösender Spektrometer (4,5–28,3 µm)
  • FIFI-LS – Field Imaging Far-Infrared Line Spectrometer
    Integral Field Spektrometer (51–200 µm)
  • FLITECAM – First Light Infrared Test Experiment CAMera
    Imager mit Filtern und Grisms (1,0–5,5 µm)
  • FORCAST – Faint Object infraRed CAmera for the SOFIA Telescope
    Imager mit Filtern und Grisms (5–40 µm)
  • HAWC+ – High-Resolution Airborne Wideband Camera
    Imager und polarimetrischer Imager (50–240 µm)
SOFIA Redux Logo.
SOFIA Redux Logo.

Diese neue Softwareversion stellt in erster Linie ein technisches Upgrade der bisherigen letzten Version 1.3.3 dar und behebt Probleme, die durch Weiterentwicklungen der zugrunde liegenden Bibliotheken entstanden sind. Darüber hinaus enthält SOFIA Redux 1.4 Verbesserungen für das FIFI-LS-Paket bezüglich Kalibration und der Datenqualität. Alle Neuerungen sind in der begleitenden Dokumentation ausführlich beschrieben, die zusammen mit der Software frei auf GitHub verfügbar ist: https://github.com/SOFIA-Data-Center/sofia_redux.

Dieser Screenshot zeigt eine Zwischenstufe während der Prozessierung einer FIFI-LS Beobachtung, bei der kontrolliert eine Reihe von Prozessierungsleveln ausführt werden kann und dann das Ergebnis bildlich im DS9 Viewer angezeigt wird.
Dieser Screenshot zeigt eine Zwischenstufe während der Prozessierung einer FIFI-LS Beobachtung, bei der kontrolliert eine Reihe von Prozessierungsleveln ausführt werden kann und dann das Ergebnis bildlich im DS9 Viewer angezeigt wird.

Das SOFIA Data Center (SDC) plant zudem weitere Verbesserungen für die Instrumente EXES, FIFI-LS, FORCAST und HAWC+. Die Prozessierung der GREAT-Daten wird – wie bereits in der Vergangenheit – weiterhin an der Universität zu Köln durchgeführt. Für die FLITECAM-Daten sind aufgrund ihres geringen Volumens als Folge der wenigen geflogenen Missionen derzeit keine zusätzlichen oder verbesserten Verarbeitungsprozesse vorgesehen. 

Das SDC begrüßt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit externen Entwicklerinnen und Entwicklern. Beiträge können in Form sogenannter Pull Requests eingereicht werden, sofern sie den gängigen Open-Source-Standards entsprechen.

Mit der Veröffentlichung der Softwareversion SOFIA Redux 1.4 unterstreicht das SOFIA Data Center seine Rolle als zentrales Kompetenzzentrum für die nachhaltige Nutzung der SOFIA-Daten. Derzeit bereitet das SDC eine umfassende Neuverarbeitung der Datensätze vor. Geplant sind unter anderem verbesserte Pointing-Informationen aus den Leitkameras, eine optimierte Korrektur des tellurischen Wasserdampfs sowie weitere methodische Verbesserungen. Die aufbereiteten Daten sollen über ein VO-kompatibles Online-Archiv bereitgestellt werden. Das Virtuelle Observatorium (VO) ist ein internationaler Standard, der astronomische Daten aus unterschiedlichen Observatorien digital vernetzt und über einheitliche Schnittstellen zugänglich macht. Zum Ende der aktiven Phase des SDC Mitte 2029 ist vorgesehen, das Archiv an das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz zu überführen.

Kontakt:
Dr. Bernhard Schulz
Projektwissenschaftler, SOFIA Data Center
Tel.: +49 174 532 6516
E-Mail: bernhard.schulz@irs.uni-stuttgart.de

Dr. Benjamin Greiner
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, SOFIA Data Center
Tel.: +49 711 685 69624
E-Mail: benjamin.greiner@irs.uni-stuttgart.de

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Das SOFIA Data Center (SDC) wird mit Mitteln der DLR Raumfahrtagentur unter dem Förderkennzeichen FKZ 50OK2404 finanziert.

SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, war ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Förderkennzeichen 50OK0901, 50OK1301, 50OK1701 und 50OK2002) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wurde auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWE) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Die SOFIA-Aktivitäten wurden auf deutscher Seite von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR koordiniert und vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart durchgeführt, auf amerikanischer Seite von der NASA und der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente wurde finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des DLR.

Luft- und Raumfahrtforschung an der Universität Stuttgart
Die Stuttgarter Luft- und Raumfahrt ist eine bundesweit einzigartige interdisziplinäre Ideenschmiede für Schlüsseltechnologien im All und auf der Erde. Forschende der Universität Stuttgart bündeln Expertisen auf den Gebieten der Klima- und Energieforschung, Kommunikationstechnologie, Antriebstechnik sowie des KI-basierten Fliegens. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Erforschung nachhaltiger technologischer Lösungen, die die ökologischen Auswirkungen der Luft- und Raumfahrt minimieren sollen. Geforscht wird interdisziplinär und im engen Dialog mit regionalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie, etwa im Rahmen der Sonderforschungsbereiche ATLAS (SFB 1667) und SynTrac (SFB-TRR 364). Als Partner von THE Aerospace LÄND trägt die Universität Stuttgart zur Umsetzung der baden-württembergischen Landesstrategie bei, die Luft- und Raumfahrt bis 2050 nachhaltig, digital und kooperativ zu machen. Ihren Studierenden bietet die Universität eine fundierte ingenieurwissenschaftliche und anwendungsorientierte Ausbildung. In der Nachwuchsförderung kooperiert sie mit der „Zukunftsoffensive Luft- und Raumfahrt-Nachwuchs“, einer Initiative des Landes Baden-Württembergs, die sich für die Stärkung der Nachwuchsförderung in den MINT-Fächern engagiert.

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