Eintritt des ESA Satelliten Salsa der Clusterkonstellation

Auszeichnung für Clemens Müller beim IPPW 2025

15. August 2025 /

ESA Satellite Salsa bei Wiedereintritt beobachtet.

[Bild: Ranjith Ravichandran & Byrenn Birch, University of Southern Queensland]

Bereits am 27. Juni 2025 hat Clemens Müller vom Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart beim International Planetary Probe Workshop (IPPW) 2025 in Stuttgart den Preis für die Outstanding Student Poster Presentation erhalten. Das prämierte Poster präsentiert die Ergebnisse einer erfolgreichen Flugbeobachtungsmission zum Wiedereintritt des ESA-Satelliten Salsa der Cluster-Formation.

Clemens Müller kontrolliert noch einmal die Einstellungen seines Beobachtungsinstruments (im Vordergrund). Dahinter: Stanislav Griguš (Fotograph) und Juraj Tóth von der Universität Bratislava (von vorne nach hinten).
Clemens Müller kontrolliert noch einmal die Einstellungen seines Beobachtungsinstruments (im Vordergrund). Dahinter: Stanislav Griguš (Fotograph) und Juraj Tóth von der Universität Bratislava (von vorne nach hinten).

Am 8. September 2024 trat dieser gegen 13:00 Uhr Ortszeit mit einer Geschwindigkeit von über 11 Kilometern pro Sekunde über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre ein. Zweieinhalb Stunden zuvor war ein zehnköpfiges Forschungsteam an Bord einer Dassault Falcon 900 von der Osterinsel gestartet, um rechtzeitig die rund 2.000 Kilometer westlich gelegene Beobachtungsposition zu erreichen. Das Flugzeug war bereits eine Woche zuvor in Sydney mit insgesamt 26 Kameras ausgestattet worden, die auf sechs Fenster verteilt waren. Zehn dieser Kameras konnten während des Flugs wertvolle Daten des Wiedereintritts aufzeichnen. „Ich habe mich sehr über den Preis gefreut“, sagt Clemens Müller. „Aber Forschung ist immer Teamarbeit und viele Menschen haben hart gearbeitet, damit wir mit einem voll ausgerüsteten Flugzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein konnten. Für mich persönlich war die Beobachtungsmission ein absolutes Highlight – ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde.“

Die Crew kurz vor der Mission am Kingsford Smith International Airport in Sydney. V.l.n.r.: Juraj Tóth (Universität Bratislava), Tomáš Paulech (Universität Bratislava), Jiří Šilha (Astros Solutions), Stanislav Griguš (Fotograph), Stefan Löhle (HEFDiG, IRS), Fabian Zander (University of Southern Queensland), Clemens Müller (HEFDiG, IRS), Gerard Armstrong (University of Southern Queensland), Ranjith Ravichandran (University of Southern Queensland) und Byrenn Birch (University of Southern Queensland).
Die Crew kurz vor der Mission am Kingsford Smith International Airport in Sydney. V.l.n.r.: Juraj Tóth (Universität Bratislava), Tomáš Paulech (Universität Bratislava), Jiří Šilha (Astros Solutions), Stanislav Griguš (Fotograph), Stefan Löhle (HEFDiG, IRS), Fabian Zander (University of Southern Queensland), Clemens Müller (HEFDiG, IRS), Gerard Armstrong (University of Southern Queensland), Ranjith Ravichandran (University of Southern Queensland) und Byrenn Birch (University of Southern Queensland).

Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Einblicke in den destruktiven Wiedereintritt von Satellitenstrukturen – insbesondere in die Fragmentierung in großen Höhen und die dabei wirkenden Versagensmechanismen. Für Clemens Müller bilden sie einen zentralen Baustein seiner Doktorarbeit. Er wird sie nutzen, um in den Plasmawindkanälen des IRS vergleichende experimentelle Untersuchungen durchzuführen. Parallel dazu wird er die Messungen mit Simulationsergebnissen vergleichen, um Modelle zu validieren und deren Vorhersagegenauigkeit zu steigern. Ziel ist es, Grundlagen dafür zu schaffen, dass ausgediente Satelliten beim Wiedereintritt künftig kein Risiko mehr für Menschen am Boden darstellen.

Seit 2003 bringt der IPPW jährlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen – abwechselnd in den USA und Europa –, um neueste Erkenntnisse rund um interplanetare Sonden und Explorationstechnologien auszutauschen. In diesem Jahr hat die High Enthalpy Flow Diagnostics Group (HEFDiG ) vom IRS den Workshop an der Universität Stuttgart organisiert.

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Die Stuttgarter Luft- und Raumfahrt ist eine bundesweit einzigartige interdisziplinäre Ideenschmiede für Schlüsseltechnologien im All und auf der Erde. Forschende der Universität Stuttgart bündeln Expertisen auf den Gebieten der Klima- und Energieforschung, Kommunikationstechnologie, Antriebstechnik sowie des KI-basierten Fliegens. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Erforschung nachhaltiger technologischer Lösungen, die die ökologischen Auswirkungen der Luft- und Raumfahrt minimieren sollen. Geforscht wird interdisziplinär und im engen Dialog mit regionalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie, etwa im Rahmen der Sonderforschungsbereiche ATLAS (SFB 1667) und SynTrac (SFB-TRR 364). Als Partner von THE aerospace LÄND trägt die Universität Stuttgart zur Umsetzung der baden-württembergischen Landesstrategie bei, die Luft- und Raumfahrt bis 2050 nachhaltig, digital und kooperativ zu machen. Ihren Studierenden bietet die Universität eine fundierte ingenieurwissenschaftliche und anwendungsorientierte Ausbildung. In der Nachwuchsförderung kooperiert sie mit der „Zukunftsoffensive Luft- und Raumfahrt-Nachwuchs“, einer Initiative des Landes Baden-Württembergs, die sich für die Stärkung der Nachwuchsförderung in den MINT-Fächern engagiert.

 

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