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Cassini entdeckt interstellaren Staub am Saturn

Die NASA Raumsonde Cassini hat eine schwache aber dennoch deutliche Signatur des ins Sonnensystem einfallenden interstellaren Staubs aufgespürt.
15. April 2016; Elisa Werler

  Cassini_news

Cassini erforscht das Saturnsystem mit seinen Ringen und Monden seit 12 Jahren. In dieser Zeit wurden Millionen von kleinen eisreichen Staubteilchen mit dem Staubsensor CDA gemessen. Fast alle dieser Partikel stammen aus dem Inneren des Eismondes Enceladus.

Nun ist es einem internationalen Forscherteam gelungen, 36 Partikel aus diesem Datensatz zu isolieren, die weder von Enceladus oder den Saturnringen noch aus dem Sonnensystem selbst entstammen. Diese 36 Partikel kommen als Boten des interstellaren Mediums in unser Sonnensystem.

 

Die Flugbahn der Sonde und die lange Messzeit von vielen Jahren machen Cassini zu einem Observatorium für interstellare Materie. Die Raumsonde ist erstmalig mit einem fortschrittlichen Staubsensor ausgestattet, der auch die elementare Zusammensetzung von seltenen einschlagenden Staubteilchen bestimmen kann. Aus diesem Grund versuchen die Wissenschaftler seit vielen Jahren, die chemische Natur des interstellaren Staubs zu ergründen.

 

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science berichtet nun das internationale Forscherteam um Dr. N. Altobelli (ESA) von der erfolgreichen Entdeckung von 36 interstellaren Staubteilchen am Saturn und der dazu gehörigen Messung ihrer elementaren Zusammensetzung. Demnach sind die Partikel homogen in ihrer Zusammensetzung und sie werden durch gesteinsbildende Elemente wie Magnesium, Silizium, Sauerstoff, Calzium und Eisen dominiert. Die Häufigkeit dieser Elemente entspricht dabei den bekannten kosmischen Häufigkeiten. Dagen sind die Elemente wie Kohlenstoff oder Schwefel unterrepräsentiert.

 

Der Staubsensor CDA wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Max-Planck-Institut für Kernphysik und der Universität von Canterbury (UK) gemeinsam entwickelt. DLR und ESA unterstützen den Betrieb des Instruments. Das Institut für Raumfahrtsysteme ist verantwortlich für die Wissenschaftsplanung und den Missionsbetrieb. Die Projektleitung hat PD Dr.-Ing. R. Srama vom Insitut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Die chemischen Analysen stehen unter der Leitung von PD Dr. F. Postberg und Prof. Dr. M. Trieloff von der Universität Heidelberg. Das Projekt wird vom DLR mit dem Förderkennzeichen 50 OH 1501 gefördert.

 

Weiterführende Links

“The Cosmic Dust Analyser on-board Cassini measures flux and composition of interstellar dust at Saturn,” by N. Altobelli et al., Science, www.sciencemag.org

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_News

http://saturn.jpl.nasa.gov/news/topheadlines/

http://www.geow.uni-heidelberg.de

  

Der Staubsensor Cosmic Dust Analyzer an Bord der Raumsonde Cassini hat im Saturnsystem kleinste Staubteilchen aus dem interstellaren Raum nachgewiesen.

Die extrem seltenen und weniger ein tausendstel Millimeter großen Partikel dringen aus einer definierten Richtung und mit hoher Geschwindigkeit in unser Sonnensystem ein. Cassini gelang somit ein Blick in unsere kosmische Nachbarschaft.

Credits: ESA; Staubpartikel: NASA/JPL; Saturnbild: NASA/JPL/Space Science Institute