Institutsleiter

Prof. Dr.-Ing.
Stefanos Fasoulas

Stellvertreter

Prof. Dr.-Ing. Sabine Klinkner

Prof. Dr. rer. nat. Alfred Krabbe

Sekretariat
Prof. Fasoulas

Larissa Schunter

Sekretariat
Prof. Klinkner

Annegret Möller

Sekretariat
Prof. Krabbe

Barbara Klett

Administration

Dr. Thomas Wegmann

 


Institut für Raumfahrtsysteme
Pfaffenwaldring 29
70569 Stuttgart

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Das deutsche SOFIA-Institut ist in Stuttgart gelandet

1. Juli 2004; Harald Hummel

Highlight Nr. 6 - Juli 2004

Das deutsche SOFIA-Institut
ist in Stuttgart gelandet

Die Universität Stuttgart war in der Bewerbung um den Standort des deutschen Betriebs- zentrums für das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, SOFIA, erfolgreich.

Bild zur Nachricht
  SOFIA-Glückwunsch-Bild

Für die nächsten 20 Jahre wird Stuttgart deutscher Heimatflughafen für die Boeing 747SP sein. An Bord befindet sich ein Spiegel-Teleskop mit einem Durchmesser von 2,7 m. Hiermit wird es unter anderem möglich sein, Sterne und Sonnensysteme bei ihrer Entstehung zu beobachten. Das Licht, das diese jungen Objekte aussenden, ist auf der Erde aus nicht zu empfangen, da insbesondere der Wasserdampf für die infrarote Strahlung im Wesentlichen unpassierbar ist. Erst in Höhen ab ca. 13 km ist der Weg frei für die Beobachtung. Bisher standen den Astronomen nur die wesentlich niedriger liegenden Observatorien wie auf Hawaii in 4200 m Höhe oder Satelliten zur Verfügung. Berge sind aus vorgenannten Gründen nicht hoch genug und der Einsatz von Teleskopen auf Satelliten ist extrem teuer und unflexibel. SOFIA bietet dagegen die Möglichkeit, stets mit neuester Technik Beobachtungsflüge auf der Nord- und auch auf der Südhalbkugel durchzuführen. Gegenüber Teleskopen am Boden hat SOFIA den Vorteil, dass es fast jeden Punkt am Nachthimmel beobachten kann. Zur Erforschung des Südhimmels sind auch regelmäßige Flüge von Neuseeland aus vorgesehen. Gegenüber Satelliten ist neben dem finanziellen Vorteil auch die Möglichkeit, die Instrumente zwischen den Flügen zu wechseln oder während des Fluges zu optimieren, ein wesentlicher Pluspunkt.


Am Institut für Raumfahrtsysteme wird eine eigene Abteilung mit mehr als 20 Wissenschaftlern und Technikern eingerichtet, um das Flugzeug mit seinem Teleskop zu betreuen und die Interessen der deutschen Instrumententeams zu vertreten. Das deutsch-amerikanische Gemeinschaftsprojekt, bei dem die deutsche Seite 20% der Kosten trägt, sieht vor, dass 15 deutsche Mitarbeiter ständig in den USA arbeiten werden. Eine starke Kooperation mit vier Instituten der Universität, dem Flughafen Stuttgart, der Steinbeisstiftung für den Technologietransfer sowie über 15 mittelständige Firmen aus Baden-Württemberg arbeiten an diesem Projekt. Auch im Bildungsbereich wird sich viel tun. Derzeit beteiligen sich bereits fünf Schulen aus dem Stuttgarter Raum, das Planetarium und weitere vier Schulen in Brandenburg sowie das Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) an der Gestaltung des so genannten Educational and Public Outreach (EPO) Programms. Mit diesem Programm soll die Faszination von Astronomie, Luftfahrt und Technologie bei einem breiten Publikum, insbesondere dem Nachwuchs von Grundschule bis Gymnasium, geweckt werden. Damit wird den Schulen, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten, sich aktiv an den Forschungsarbeiten zu beteiligen, wobei es auch Mitfluggelegenheiten geben wird. Mit dabei sind derzeit das Johannes-Kepler-Gymnasium in Weil der Stadt, das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, die Michael-Bauer-Schule und die Merz-Schule in Stuttgart, sowie das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach.


Bis es soweit ist, werden jedoch noch einige technologische Hürden zu meistern sein. Im Herbst 2005 soll es dann soweit sein und SOFIA wird von seinem amerikanischen Stützpunkt bei der NASA in der Nähe von San Francisco abheben. Aber auch in Deutschland wird SOFIA zu sehen sein. Im Vollbetrieb nach einigen Jahren wird SOFIA zweimal im Jahr für jeweils eine Woche in Stuttgart stationiert sein. In dieser Zeit soll einerseits die Wartung der Triebwerke und des Teleskops durchgeführt werden, und andererseits den verschiedenen Instrumententeams die Möglichkeit geboten werden, ihre Instrumente zu testen und zu verbessern. Während dieser Zeit wird auch der Öffentlichkeit Zugang zum Flugzeug geboten werden.


In den nächsten zwei bis drei Monaten werden noch die Details für den Vertragsabschluss ausgearbeitet.

Nähere Informationen zum Thema bekommen Sie von: Prof. Dr. Hans-Peter Röser und Stefan Kirches.

Kleine SOFIA-Galerie

     
SOFIA   Technische Daten   Das SOFIA-Teleskop   Blick in das Innere
             
     
SOFIA im Hangar   Einbau des Teleskops   Potenzielle Beobachtungsobjekte   Beobachtung im Visuellen und Infraroten
             
           
Teleskop im Flugzeugrumpf            

Weitere Informationen zum SOFIA-Projekt