Institutsleiter

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Institut für Raumfahrtsysteme
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Fliegendes Teleskop SOFIA: Vertrag zur Gründung des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI) unterzeichnet

1. November 2004; Harald Hummel

Highlight Nr. 7 - November 2004

Fliegendes Teleskop SOFIA: Vertrag zur Gründung
des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI) unterzeichnet

Die Universität Stuttgart war in der Bewerbung um den Standort des deutschen Betriebszentrums für das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, SOFIA, erfolgreich.

Bild zur Nachricht
  SOFIA-Vertrag unterzeichnet

Für die nächsten 20 Jahre wird Stuttgart deutscher Heimatflughafen für die Boeing 747SP sein. An Bord befindet sich ein Spiegel-Teleskop mit einem Durchmesser von 2,7 m. Hiermit wird es unter anderem möglich sein, Sterne und Sonnensysteme bei ihrer Entstehung zu beobachten. Das Licht, das diese jungen Objekte aussenden, ist auf der Erde aus nicht zu empfangen, da insbesondere der Wasserdampf für die infrarote Strahlung im Wesentlichen unpassierbar ist. Erst in Höhen ab ca. 13 km ist der Weg frei für die Beobachtung. Bisher standen den Astronomen nur die wesentlich niedriger liegenden Observatorien wie auf Hawaii in 4200 m Höhe oder Satelliten zur Verfügung. Berge sind aus vorgenannten Gründen nicht hoch genug und der Einsatz von Teleskopen auf Satelliten ist extrem teuer und unflexibel. SOFIA bietet dagegen die Möglichkeit, stets mit neuester Technik Beobachtungsflüge auf der Nord- und auch auf der Südhalbkugel durchzuführen. Gegenüber Teleskopen am Boden hat SOFIA den Vorteil, dass es fast jeden Punkt am Nachthimmel beobachten kann. Zur Erforschung des Südhimmels sind auch regelmäßige Flüge von Neuseeland aus vorgesehen. Gegenüber Satelliten ist neben dem finanziellen Vorteil auch die Möglichkeit, die Instrumente zwischen den Flügen zu wechseln oder während des Fluges zu optimieren, ein wesentlicher Pluspunkt.


Am Institut für Raumfahrtsysteme wird eine eigene Abteilung mit mehr als 20 Wissenschaftlern und Technikern eingerichtet, um das Flugzeug mit seinem Teleskop zu betreuen und die Interessen der deutschen Instrumententeams zu vertreten. Das deutsch-amerikanische Gemeinschaftsprojekt, bei dem die deutsche Seite 20% der Kosten trägt, sieht vor, dass 15 deutsche Mitarbeiter ständig in den USA arbeiten werden. Eine starke Kooperation von sieben Instituten der Universität, dem externer Link Flughafen Stuttgart, der externer Link Steinbeisstiftung für den Technologietransfer sowie über 15 mittelständige Firmen aus Baden-Württemberg arbeiten an diesem Projekt. Auch im Bildungsbereich wird sich viel tun. Derzeit beteiligen sich bereits fünf Schulen aus dem Stuttgarter Raum, das Planetarium und weitere vier Schulen in Brandenburg sowie das externer Link Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) an der Gestaltung des so genannten Educational and Public Outreach (EPO) Programms. Mit diesem Programm soll die Faszination von Astronomie, Luftfahrt und Technologie bei einem breiten Publikum, insbesondere dem Nachwuchs von Grundschule bis Gymnasium, geweckt werden. Damit wird den Schulen, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten, sich aktiv an den Forschungsarbeiten zu beteiligen, wobei es auch Mitfluggelegenheiten geben wird. Mit dabei sind derzeit das externer Link Johannes-Kepler-Gymnasium in Weil der Stadt, das externer Link Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, die externer Link Michael-Bauer-Schule und die externer Link Merz-Schule in Stuttgart, sowie das externer Link Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach.


Bis es soweit ist, werden jedoch noch einige technologische Hürden zu meistern sein. Im Jahre 2006 soll es dann soweit sein und SOFIA wird von seinem amerikanischen Stützpunkt bei der externer Link NASA in der Nähe von San Francisco abheben und den operationellen Betrieb aufnehmen. Aber auch in Deutschland wird SOFIA zu sehen sein. Im Vollbetrieb nach einigen Jahren wird SOFIA zweimal im Jahr für jeweils eine Woche in Stuttgart stationiert sein. In dieser Zeit soll einerseits die Wartung der Triebwerke und des Teleskops durchgeführt werden, und andererseits den verschiedenen Instrumententeams die Möglichkeit geboten werden, ihre Instrumente zu testen und zu verbessern. Während dieser Zeit wird auch der Öffentlichkeit Zugang zum Flugzeug geboten werden.


Am 25. November 2004 unterzeichneten Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Stuttgart den Vertrag zur Vorbereitung und Durchführung der SOFIA-Betriebsphase am Deutschen SOFIA-Institut (DSI), das am IRS beheimatet ist. Das Foto oben zeigt die Unterzeichner nach der Vertragsunterzeichnung zur Gründung des Deutschen SOFIA-Instituts (v.l.): Dr. Thomas Galinski (Abteilungsleiter Extraterrestrik, DLR), Prof. Hans-Peter Röser (Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart), Joachim Schwarze (Kanzler der Universität Stuttgart), Dr. Dietmar Lilienthal (DLR-Projektleiter SOFIA), Dr. Ludwig Baumgarten (Mitglied des Vorstandes DLR) und Manfred Senden (Leiter Finanzen und Unternehmenscontrolling DLR) (Bild: DLR)

Nähere Informationen zum Thema bekommen Sie von: Prof. Dr. Hans-Peter Röser und Stefan Kirches.

Kleine SOFIA-Galerie

     
SOFIA   Technische Daten   Das SOFIA-Teleskop   Blick in das Innere
             
     
SOFIA im Hangar   Einbau des Teleskops   Potenzielle Beobachtungsobjekte   Beobachtung im Visuellen und Infraroten
             
     
Teleskop im Flugzeugrumpf   Hauptspiegel des Teleskops   SOFIA-Partner auf deutscher Seite   Prof. Röser mit SOFIA-Modell

Weitere Informationen zum SOFIA-Projekt