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Institut für Raumfahrtsysteme
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Amelia-Earhart-Preis erneut an zwei Mitarbeiterinnen des Instituts für Raumfahrtsysteme verliehen

1. Februar 2006; Harald Hummel

Highlight Nr. 10 - Februar 2006

Amelia-Earhart-Preis erneut an zwei
Mitarbeiterinnen des Instituts für
Raumfahrtsysteme verliehen

ZONTA International hat am 17. Februar 2006 Franziska Harms und Anuscheh Nawaz für Ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Amelia-Earhart-Preis ausgezeichnet.

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Die Tage, in denen Frauen in der die Luft- und Raumfahrttechnik selten zu finden waren, sind schon seit geraumer Zeit vorbei. Mit schuld daran ist externer Link ZONTA International, ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen: Mit Hilfe des Amelia – Earhart - Preises will die Organisation vor allem den weiblichen Nachwuchs in diesem Forschungsbereich fördern. Amelia Earhart war die erste ausgebildete Pilotin und hat 1932 als erste Frau im Alleinflug den Atlantik überquert. In Gedenken an diese Luftfahrtpionierin hat ZONTA International nun am Freitag, den 17. Februar 2006 am Flughafen Stuttgart Franziska Harms und Anuscheh Nawaz vom Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) den mit jeweils 6000 US-Dollar dotierten Amelia – Earhart - Preis verliehen. Diane Lauffer vom Institut für Thermodynamik der Luft- und Raumfahrt (ITLR) wurde ebenfalls ausgezeichnet.

Gezielter Griff nach den Sternen

Franziska Harms befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit der Teleskopausrichtung des deutsch-amerikanischen Flugzeug-Observatoriums externer Link SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot-Astronomie). Man stelle sich vor: Ein 17 Tonnen schweres Teleskop soll aus einem Flugzeug in einer Höhe von 14 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von 650 Stundenkilometern durch eine geöffnete Luke Sterne unsere Milchstraße und entferne Galaxien ins Visier nehmen. Um das Teleskop trotzt der auftretenden Schwingungen und Turbulenzen stabil zu halten und letztlich gestochen scharfe Bilder der Himmelsobjekte zu erhalten, bedarf es intensiver Analysen und langwieriger Versuche. Franziska Harms hat diese Herausforderung begeistert angenommen: „Die Möglichkeit mit der Mathematik komplizierte Vorgänge zu beschreiben und zu testen hat mich schon immer fasziniert“, gesteht die frischgebackene Preisträgerin. Zur Preisverleihung kam sie eigens aus Kalifornien angereist, wo sie bei der Außenstelle des externer Link Deutschen SOFIA Institutes (DSI) am externer Link NASA Ames Research Center im Rahmen ihrer Promotion tätig ist.



Reiseziel Mond

Anuscheh Nawaz will hoch hinaus. Sie entwickelt eines der beiden elektrischen Triebwerke, die den institutseigenen Satelliten LUNAR MISSION BW1 zum Mond bringen sollen. Im Prinzip beruht das Triebwerk von Frau Nawaz auf der Lorentzkraft: Zwischen zwei Kupferelektroden befindet sich der PTFE (Teflon™) Treibstoff, durch dessen Oberfläche Elektronen fließen. Dieser elektrische Strom erzeugt ein Magnetfeld, welches wiederum auf die leitende Teflonschicht zurück wirkt und diese entlang der Elektroden beschleunigt. Die so erzeugten Pulse übertragen schließlich einen entsprechenden Vorwärtsschub auf den Satelliten. Das von ihr entwickelte elektrische Triebwerk ist für Kleinsatelliten ideal geeignet. „Sein eigentliches Potential liegt in der leistungsbezogenen Flexibilität und in seinem unkomplizierten Aufbau“, erklärt Frau Nawaz. Um diese Eigenschaften zu gewährleisten, testet und tüftelt sie vor allem in der Laborhalle der Abteilung Raumtransporttechnologie des IRS. Am Ende soll das Triebwerk die erforderliche Austrittsgeschwindigkeit und den gewünschten Schub liefern und dabei äußerst robust und unempfindlich sein. Obendrein muss es eine extrem lange Lebensdauer aufweisen, denn ganz anders als etwa die Apollo-Missionen der USA in den sechziger Jahren, wird der wesentlich leichtere IRS-Satellit den Mond nicht innerhalb von drei Tagen erreichen, sondern etwa 1,5 Jahre benötigen, um an sein Ziel zu gelangen.



Festlicher Akt am Flughafen

Die Preisverleihung selbst fand am Stuttgarter Flughafen statt: Nach einer Führung über das Gelände, begrüßte Dr. Gisela Marquardt-Eissler, Präsidentin des ZONTA Clubs Stuttgart, sowie Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch die Festgesellschaft im Atrium am Terminal 1. Anschließend stellten die stolzen Doktoreltern Prof. Dr. Monika Auweter-Kurtz und Prof. Dr. Hans-Peter Röser ihre Doktrorandinnen Anuscheh Nawaz und Franziska Harms vom IRS vor. Auch Prof. Dr. Bernhard Weigand vom ITLR war voll des Lobes für seine Mitarbeiterin Diane Lauffer, die ebenfalls geehrt wurde. Marie-Helen Mallet, Governor des ZONTA District 30, übergab schließlich die Preise an die jungen Frauen. Mit einem Abendessen und dem Festvortrag von Prof. Dr. Röser zum Thema „SOFIA - Mit dem Jumbo zu den Sternen“ klang der festliche Abend aus.



Amelia-Earhart-Preis hat Tradition in Stuttgart

externer Link ZONTA international existiert seit 1919 und ist weltweit tätig. Nachdem Amelia Earhart, die Mitglied des Clubs war, 1937 bei der letzten Etappe ihrer Erdumrundung verschollen ist, wurde der Amelia-Earhart-Preis geschaffen. Jährlich werden weltweit rund 35 Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt geehrt. Der externer Link ZONTA Club Stuttgart wurde 1959 gegründet. Seit Prof. Dr. Auweter-Kurtz selbst 1979 als erste Stuttgarter Promoventin diesen Preis erhielt, wurden 16 weitere Wissenschaftlerinnen der Universität Stuttgart ausgezeichnet, von denen einige der diesjährigen Preisverleihung beigewohnt haben.

Weitere Informationen zur Preisverleihung erhalten Sie bei Prof. Dr. Monika Auweter-Kurtz und Prof. Dr. Hans-Peter Röser.

Kleine Galerie zur Amelia-Earhart-Preisverleihung

     
Die drei Preisträgerinnen gemeinsam mit Frau Dr. Gisela Marquardt-Eissler (zweite von links), Präsidentin des ZONTA-Club-Stuttgart.
 
Franziska Harms an der Rückseite des SOFIA Teleskops, an der das Steuerungssystem montiert ist.
 
Anuscheh Nawaz baut die Schubmesswaage zusammen,
mit der sie ihr Triebwerk anschließend vermisst.
 
Frau Dr. Gisela Marquardt-Eissler begrüßt die Festgesellschaft. Im Hintergrund sind neben den drei diesjährigen Preistragerinnen (links) acht Stuttgarter Wissenschaftlerinnen zu sehen, die den Preis in vergangenen Jahren bereits erhalten haben.
             
     
Marie-Helene Mallet , Govenor des ZONTA District 30, überreicht Anuscheh Nawaz vom IRS ihren Preis.
 
Anuscheh Nawaz hält ihre Dankesrede.
 
Franziska Harms hält ihre Dankesrede.
 
Anuscheh Nawaz genießt sichtlich den schönen Abend.