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SOFIA - Erster Testflug der fliegenden Sternwarte erfolgreich absolviert

1. April 2007; Harald Hummel

Highlight Nr. 21 -April 2007

SOFIA - Erster Testflug der fliegenden Sternwarte
erfolgreich absolviert

  Bild zur Nachricht
  SOFIA beim Start
 

Am Donnerstag, den 26. April 2007, um 10:00 Uhr Ortszeit war es endlich soweit: SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot-Astronomie - ein Gemeinschaftsprojekt der National Aeronautics and Space Administration (NASA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) - startete in Waco (Texas, USA) zu seinem ersten Testflug nach dem Umbau. Deutsche wie amerikanische Ingenieure, Wissenschaftler und Manager waren erleichtert und sichtlich stolz, hatten sie doch seit Wochen diesem Augenblick entgegengefiebert und auf Hochtouren dafür gearbeitet. Für knapp zwei Stunden zog die fliegende Sternwarte ihre Schleifen in einer Flughöhe von etwa 4000 Metern am strahlend blauen texanischen Himmel. An der Universität Stuttgart, wo das Deutsche SOFIA Institut (DSI) angesiedelt ist, hatte man den erfolgreichen Erstflug mit Spannung erwartet. "Dieser erste Flug von SOFIA bringt uns der wissenschaftlichen Nutzung der Sternwarte einen Riesenschritt näher", betont Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart. "SOFIA und das in Deutschland entwickelte Teleskop haben den ersten Testflug tadellos überstanden" , freut sich Prof. Hans-Peter Röser, Leiter des DSI und des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart. Die Stuttgarter Ingenieure und Astronomen unterstützen und koordinieren die Vorbereitung und Durchführung der wissenschaftlichen Flüge mit SOFIA auf deutscher Seite. Im Jahr 2009, dem Internationalen Jahr der Astronomie, wird SOFIA möglicherweise das erste Mal auch auf dem Stuttgarter Flughafen landen, der einer der SOFIA Projektpartner aus der Region ist.
Auch Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, sieht in diesem erfolgreichen Erstflug von SOFIA einen der wichtigsten Meilensteine dieses amerikanisch-deutschen Projektes der Infrarot-Astronomie. "Nun kann die anschließende Testphase und der erste wissenschaftliche Einsatz der fliegenden Sternwarte mit größerer Planungssicherheit angegangen werden".









�ffnung in Au�enwand der Boeing

SOFIA ist eine umgebaute und mit einem Hightech-Teleskop ausgestattete Boeing 747SP. Das Teleskop war im Auftrag des DLR unter Federführung der deutschen Firmen MT-Mechatronics und Kayser-Threde entwickelt und hergestellt worden. Der Umbau der früheren Passagiermaschine wurde von der Firma L3-Communi-cations in Waco (Texas) vorgenommen. Hierzu wurde eine vier mal sechs Meter große Öffnung in die Außenwand der Boeing geschnitten. "Diese dramatischen Veränderungen an der Struktur des Flugzeugs und die sich anschließende Integration des 2,7 m durchmessenden Teleskops waren eine Herausforderung für alle Beteiligten", betont sich Dr. Dietmar Lilienthal, SOFIA Projektleiter des DLR.



Gespickt mit Messinstrumenten

Aus Sicherheitsgründen befanden sich während des ersten Testflugs von SOFIA neben den beiden NASA Piloten Gordon Fullerton und Bill Brockett nur drei Flugingenieure der NASA an Bord. Allerdings war das Flugzeug gespickt mit diversen Messinstrumenten und Sensoren, die das Verhalten und die Belastungen der Maschine während der verschiedenen Flugmanöver für eine spätere, detaillierte Analyse aufzeichneten. Auch das Verhalten und der Einfluss des 17 Tonnen schweren Teleskops wurden während des Fluges mit Sensoren überwacht.

Astronomische Revolution mit zwei deutschen Instrumenten

Mit der fliegenden Sternwarte SOFIA wollen deutsche und amerikanische Astronomen ab 2009 Infrarotbeobachtungen durchführen. Deutsche Wissenschaftler entwickelten zwei der neun Instrumente der ersten Generation. FIFI LS (Far- Infrared Field- Imaging Line Spectrometer) wurde unter der Federführung von Dr. Albrecht Poglitsch vom Max-Planck Institut für extraterrestrische Physik in Garching gebaut, um zum Beispiel Galaxien besonders hoher Leuchkraft, die jedoch nur im Infraroten freigesetzt wird, auf Sternentstehung und schwarze Löcher zu untersuchen. Mit GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies), entwickelt unter der Leitung von Dr. Rolf Güsten vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie gemeinsam mit Kollegen der Universität zu Köln, dem MPI für Sonnensystemforschung, Lindau, und dem DLR Instituts für Planetenforschung, Berlin, können Astronomen die innersten Bereiche von Sternentstehungsgebieten untersuchen und somit Zeugen einer Sterngeburt werden. "Die Daten der beiden deutschen Instrumente werden unsere Vorstellungen über die Zusammensetzung des interstellaren Mediums und die Prozesse der Sternentstehung in unserem Kosmos erheblich erweitern", verspricht Prof. Jürgen Stutzki von der Universität zu Köln, der zurzeit Sprecher der an SOFIA beteiligten Wissenschaftlergemeinschaft ist.

 

Weitere Informationen bei Prof. Hans-Peter Röser

oder unter

http://www.dsi.uni-stuttgart.de

http://www.sofia.usra.edu/

Bildergalerie zu SOFIAs erstem Testflug:

     
Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung
SOFIA beim Beschleunigen mit dem Begleitflugzeug der NASA
(Foto: DLR/DSI)
  SOFIA hebt ab
(Foto: NASA)
  SOFIA hebt ab
(Foto: DLR/DSI)
  SOFIA ist gestartet
(Foto: DLR/DSI)
     
Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung   Bild in hoher Auflösung
SOFIA im Flug
(Foto: NASA)
  SOFIA im Flug
(Foto: NASA)
  SOFIA nach der Landung
(Foto: DLR/DSI)
  DSI - Mitarbeiter Ulrich Lampater, Marco Lentini und Andreas Reinacher
(Foto: DLR/DSI)
           
Bild in hoher Auflösung            
SOFIA nach der Landung
(Foto: DLR/DSI)
           

SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundes (BMWi), des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.