|
In der Vorlesung Plasmaströmungen
sollen den Studierenden des Studienganges Luft- und Raumfahrttechnik
die plasmaphysikalischen Grundkenntnisse für technisch
realisierte, strömende Plasmen vermittelt werden. In der
Raumfahrttechnik treten Plasmaströmungen hauptsächlich bei
elektrischen Raumfahrtantrieben, der Plasmawindkanaltechnologie und
beim Wiedereintritt von Raumflugsystemen auf. Für
wissenschaftliches Arbeiten auf diesen Gebieten liefert diese Vorlesung
die notwendigen plasmaphysikalischen Grundkenntnisse. Außerdem
sind die in der Vorlesung Plasmaströmungen
erworbenen plasmaphysikalischen Grundkenntnisse eine Ergänzung zu
den Vorlesungen Elektrische Raumfahrtantriebe und Meßverfahren
für strömende Plasmen. Besonders empfohlen wird diese
Vorlesung den Studenten, die am Institut für Raumfahrtsysteme an
den Problemstellungen der elektrischen Raumfahrtantriebe sowie an der
Plasmawindkanaltechnologie mitarbeiten wollen.
In dieser Vorlesung wird der
Begriff Plasma erläutert und die historische
Entwicklung der Magnetohydrodynamik dargestellt. Die wichtigsten
Anwendungen von Plasmaströmungen in der Technik werden
erklärt, wobei die Plasmaströmungen, die in der Raumfahrt
auftreten, besonderes hervorgehoben werden. Anschließend werden
die Grundlagen der Gasentladungen erläutert sowie auf die Glimm-
und Bogenentladung ausführlich eingegangen.
Die Eigenschaften eines Plasmas, das durch eine Lichtbogenentladung
entstanden ist, werden untersucht. Hier stehen die energetischen und
die chemischen Prozesse in einem Plasma im Vordergrund. Der
nächste Bereich dieser Vorlesung befaßt sich mit den
elektromagnetischen Effekten. Nach Einführung der
Maxwell-Gleichungen wird der Energie- und der Impulssatz für das
elektromagnetische Feld hergeleitet. Daraus wird die Bewegung der
Ladungsträger im elekrischen und magnetischen Feld abgeleitet.
Im folgenden Bereich werden aus der Boltzmann-Gleichung die
Erhaltungsgleichungen für strömende Plasmen hergeleitet.
Besonders ausführlich wird hierbei auf die Kopplungsterme und die
Transportgrößen eingegangen. Zur Abschätzung eines
Plasmazustandes werden zunächst die Relaxationszeiten
verschiedener Plasmaprozesse und dann Plasmaschwingungen betrachtet.
Die eingehende Betrachtung des erweiterten Ohmschen Gesetzes für
Plasmen führt zu einer Beurteilung der Stromtransport-Prozesse.
Der Stromtransport in unmittelbarer Nähe der Elektroden wird durch
die Behandlung der Plasmagrenzschicht veranschaulicht.
Abschließend wird in dem Kapitel "Magnetohydrodynamik" die
besondere Problematik einer Plasmaströmung in einem
elektromagnetischen Feld behandelt.

|