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Nachruf Prof. Dr. Hans-Peter Röser

Universitätsprofessor i.R. Dr. Hans-Peter Röser
*08.10.1949 -
†08.12.2015
Das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart trauert um Universitätsprofessor
i.R. Dr. Hans-Peter Röser. Er war seit 2002 an unserem Institut tätig, bis Februar 2014 als
geschäftsführender Direktor. Nach schwerer Krankheit verstarb er am Dienstag, dem 8. Dezember
2015.
Geboren in Polch, studierte Hans-Peter Röser Physik an der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Im Jahre 1979 promovierte er in Angewandter Physik an der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität und am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn
zum Dr. rer. nat. mit dem Thema “Entwicklung eines optisch-gepumpten Submillimeter-Lasers als
Lokaloszillator in einem Heterodynempfänger“ bei Prof. Dr. Otto Hachenberg.
Es folgten berufliche Stationen am Max-Planck-Institut für Radioastronomie, wo er insbesondere
Beobachtungsinstrumente (Heterodyn-Spektrometer) für den Einsatz an Bodenteleskopen und auf dem
Kuiper Airborne Observatory (KAO) entwickelte und einsetzte.
Im Dezember 1988 wurde er durch den Präsidenten der Max-Planck Gesellschaft auf eine
C3-Professur am Max-Planck-Institut für Radioastronomie berufen.
1994 wechselte Prof. Röser auf die C4-Professur für Weltraumsensorik an der Technischen
Universität Berlin, zeitgleich als Direktor des Instituts für Weltraumsensorik des Deutschen
Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Berlin-Adlershof. Prof. Röser war hier Initiator von
Kleinsatellitenprojekten wie BIRD oder DLR-TUBSAT und kümmerte sich maßgeblich um das SOFIA Projekt
(Stratospheric
Observatory
For
Infrared
Astronomy). Von 1989 bis 2004 war er dabei Mitglied der SOFIA Science Working
Group der NASA und der deutsche Sprecher dieser Gruppe.
1999 erhielt er eine Professur am Zentrum für Astronomie und Astrophysik der TU Berlin.
2002 folgte Prof. Röser einem Ruf auf die C4-Professur für Raumfahrtsysteme an der Universität
Stuttgart und übernahm als geschäftsführender Direktor die Leitung des Instituts für
Raumfahrtsysteme (IRS). Seine Vision war es, das IRS zum europaweit führenden universitären
Raumfahrtinstitut zu entwickeln, sowohl in der Lehre als auch im Forschungsbereich. Zusätzlich zu
den bereits etablierten Gebieten „Elektrische Raumfahrtantriebe“, „Wiedereintritt“, „Analyse von
Raumtransportsystemen“ und „Weltraumexperimente“ sind hierfür durch Prof. Röser die
Forschungsbereiche „Kleinsatelliten und Erdfernerkundung“, „Supraleitung“, „Staubastronomie“ und
das gemeinsame amerikanisch-deutsche Projekt „SOFIA“ am IRS initiiert und maßgeblich gestaltet
worden. Letzteres mündete in die Gründung des „Deutschen SOFIA Instituts“, das nun seit November
2004 am IRS angesiedelt ist.
Für immer wird auch der Bau des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg (RZBW) mit der neuen
Hausnummer „Pfaffenwaldring 29“ auf dem Campus Vaihingen eng mit seinem Namen verbunden bleiben.
Hier hat auch das IRS 2011 seine neue Heimat gefunden.
Unsere Trauer ist sehr tief. Mit Prof. Hans-Peter Röser haben wir einen überragenden
Wissenschaftler, Lehrer, Mentor und Freund verloren. Seine präzisen und kritischen Analysen waren
in Forschung und Lehre sehr wertvoll. Sein Enthusiasmus und sein Engagement waren vorbildlich und
seine Vorlesungen prägend für Studierende. Er war für alle stets ein aufmerksamer Ansprechpartner
und auf seinen Rat wurde immer gerne gehört. Auch nach seinem Ruhestand im März 2015 übernahm er
Lehraufgaben, obwohl er bereits von Krankheit schwer gezeichnet war. Neben der fachlichen
Detailkompetenz verstand er es dabei auch in exzellenter Weise, seine Mitmenschen für eine Sache zu
begeistern und zu motivieren, nach dem Motto:
„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen,
Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem
weiten, endlosen Meer. (Antoine de Saint-Exupery)“.
Wir werden Herrn Professor Röser als hilfsbereiten, unermüdlich tätigen Kollegen und Gelehrten
in steter Erinnerung behalten. Wir vermissen ihn. Sehr sogar.
Wir trauern mit seiner Familie um diesen außergewöhnlichen Menschen.
Stuttgart, im Dezember 2015
Prof. Dr. Stefanos Fasoulas
stellvertretend für alle Mitglieder des Instituts für Raumfahrtsysteme |