Anlässlich des 6. Workshops der Europäischen Weltraum Agentur ESA zum Thema "Thermalschutzsysteme und Heiße Strukturen für Raumfahrzeuge" kommen vom 1. bis 3 April die führenden Wissenschaftler aus Europa und dem außereuropäischen Ausland in Stuttgart am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart zusammen, um neuste Ergebnisse der Wissenschaft und Forschung auszutauschen und zu diskutieren.
Neben den wissenschaftlichen Grundlagen zu hitzebeständigen Materialien, Konstruktionsprinzipien, Berechnungs- Simulations- und Testmethoden, stehen vor allem die europäischen Flugexperimente EXPERT und IXV sowie das deutsche SHEFEX Programm im Vorder-grund. Mithilfe dieser Flugexperimente werden wertvolle Erkenntnisse zu modernen Ther-malschutzsystemen und neuartigen Messtechniken gewonnen. Insbesondere das SHEFEX- Programm des DLR liefert Grundlagen für eine radikal neuartige Formgebung und Entwurfs-werkzeuge für rückkehrfähige Raumfahrzeuge.
Führende Rolle im internationalen Vergleich
Der Tagungsort auf dem Campus der Universität Stuttgart und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wurde von Seiten der ESA nicht zuletzt auf Grund der längjährigen Erfahrung und Expertise auf dem Gebiet der Rückkehrtechnologie des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität und des DLR-Instituts für Bauweisen- und Konstruktionsforschung ausgewählt. Auch im internationalen Vergleich nehmen die Forschungseinrichtungen in Stuttgart zu diesem Technologiebereich eine führende Rolle ein.
Schlüssel für eine sichere Rückkehr
Thermalschutzsysteme für Raumfahrzeuge sind nicht nur der Schlüssel für eine sichere Rückkehr aus dem Weltraum zur Erde, sie ermöglichen es auch bei der Erkundung von Planeten und Monden, die mit einer Atmosphäre versehen sind, Sonden und Erkundungsroboter unbeschadet abzusetzen. Insbesondere bemannte Raumfahrt ist ohne die Beherrschung dieser Technologien nicht denkbar.
Aufgrund der hohen Geschwindigkeit von Raumfahrzeugen werden bei dem Eintritt in die Atmosphäre durch Reibungs- und Kompressionseffekte extreme Wärmelasten an der Oberfläche des Raumfahrzeugs erzeugt, die teilweise Temperaturen bis 2000 °C und darüber erreichen können. Forschungsthemen in diesem Umfeld sind neben der Entwicklung moderner temperaturbeständiger Materialien auch die Simulation dieser extremen Einsatzbedingungen in speziellen Testanlagen im Labor, wie sie beispielsweise am IRS betrieben werden.
Auf den Websites von DLR und IRS bieten sich folgende Links an, damit sich der interessierte Leser über die oben genannten Flugexperimente informieren kann:
EXPERT:
http://www.dlr.de/bk/desktopdefault.aspx/tabid-4517/7393_read-5655/
http://www.irs.uni-stuttgart.de/forschung/sensoren/irs_contribution_to_expert.pdf
SHEFEX:
http://www.dlr.de/bk/desktopdefault.aspx/tabid-4519/7395_read-10112/
STARDUST:
http://www.irs.uni-stuttgart.de/forschung/wiedereintrittstechnologie/stardust/
DLR:
http://www.dlr.de/bk/desktopdefault.aspx/tabid-4303/3752_read-10084/
Kontakt IRS:
Dr.-Ing. Georg Herdrich
Raumtransporttechnologie
Tel. 0711 685 62412
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Bilder:
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| Plasmaqualifikationstest des am IRS entwickelten EXPERT Messsystems PHLUX |