IRS-Beteiligung an der NASA-Mission zur Beobachtung des
STARDUST-Wiedereintritts
Kontakt: Dipl.-Ing.
Michael Winter
Am
Sonntag, den 15. Januar 2006 kehrte die amerikanische Raumkapsel
STARDUST nach ihrer fast siebenjährigen Mission zur Sammlung
von interstellaren Staubteilchen und Proben aus dem Schweif
des Kometen Wild 2 zur Erde zurückkehren. Bei dieser
Rückkehr trat sie mit einer Geschwindigkeit von etwa
12,8 km/s in die Erdatmosphäre ein und vollzog den schnellsten
Wiedereintritt eines künstlichen Objekts. Um über
die ursprünglichen Missionsziele der Stardust Kapsel
hinaus Daten über diesen Wiedereintritt zu erlangen,
führte die NASA eine Beobachtungsmission durch, auf der
von einem DC8 Flugzeug aus optische Messungen mit verschiedenen
Instrumenten durchgeführt wurden.
Neben Experimenten amerikanischer und japanischer
Wissenschaftler stellte das Institut für Raumfahrtsysteme
den einzigen europäischen Beitrag zu dieser einzigartigen
Gelegenheit zur Erlangung wichtiger Daten über den Wiedereintritt
unter solch extremen Bedingungen.
Seiteninhalt
Motivation
Beobachtungsstrategie
Verwendete Aufbauten:
SLIT (M. Winter) SD10 (F. Harms)
Ergebnisse
(werden laufend aktualisiert)
Ausblick
Weiterführende
Links
Bildergalerie
Dank an …
Motivation
Die Untersuchung des Wiedereintritts
von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre ist einer der
wichtigen Forschungsschwerpunkte der Abteilung
Raumtransporttechnologie am Institut für Raumfahrtsysteme.
Die Bedeutung dieses speziellen Wiedereintritts ergibt sich
vor allem aus der Ähnlichkeit der Wiedereintrittsbedingungen
zu denen einer interplanetaren Rückkehrmission, wie sie
z.B. durch eine Mission zum Mars gegeben sein wird. Eines
der deutschen Experimente, entwickelt von Dipl.-Ing.
Michael Winter, diente dazu, die Strahlung des das Raumfahrzeug
umgebenden Plasmas in möglichst hoher spektraler Auflösung
zu messen, um so Informationen über chemische und thermodynamische
Prozesse zu gewinnen. Dabei muss die etwa 80 cm große
Raumkapsel aus einer Entfernung von etwa 150 km bis 400 km
aus einem sich bewegenden Flugzeug heraus erfasst werden,
um die ausgesandte Strahlung mittels eines Spektrometers und
einer hoch sensitiven Kamera spektral aufgelöst zu erfassen.
Die nur etwa 90 Sekunden dauernde heiße Phase des Wiedereintritts
sollte dabei zusätzlich mit einer möglichst hohen
Messrate aufgelöst werden. Das zweite Experiment unter
deutscher Beteiligung von Dipl.-Ing
Franziska Harms nutzte eine Kamera mit weitem Sichtfeld,
die das gesuchte Spektrum über ein Transmissionsgitter
erzeugte. Dabei wurde die schlechtere spektrale Auflösung
und schwierigere Wellenlängenkalibrierung in Kauf genommen,
um die Verfolgung des Raumfahrzeuges auf seiner Bahn sicherzustellen.
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Beobachtungsstrategie
Die
Aufbauten wurde Anfang Januar im NASA Ames Research Center
in der Nähe von San Francisco in das Flugzeug integriert.
Bis zum eigentlichen Wiedereintritt am 15.1.2006 um 1:56 lokaler
Zeit (10:56 MEZ) fanden zusätzlich zwei Testflüge
statt. Die Messungen am spektral hoch auflösenden Aufbau
(SLIT) wurden durchgeführt von Dipl.-Ing.
Michael Winter und Dr.-Ing.
Georg Herdrich, eine CCD-Kamera mit Transmissionsgitter
wurde betreut von Dipl.-Ing.
Franziska Harms und Dr. rer. nat. Jürgen Wolf.
Für die Beobachtungen wurde eine Warteschleife
für das Flugzeug nahe dem Landegebiet in Utah in Form
eines 15 km breiten und 45 km langen Ovals definiert. Diese
Warteschleife wurde vor Beginn der heißen Phase des
Wiedereintritts drei Mal durchlaufen. Sekundengenau koordiniert
mit der Eintrittstrajektorie von STADUST wurden die eigentlichen
Beobachtungen schließlich auf der in Richtung Nordost
verlaufenden Geraden durchgeführt. [zurück
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Messaufbau SLIT
Für
den spektral hoch auflösenden Messaufbau wurde ein Teleskop
mit einem Off-axis Parabolspiegel (Brennweite 100 mm, Durchmesser
50 mm) verwendet, das Licht aus einem Winkelbereich von etwa
0.8° sammeln konnte. Dieses Licht wurde über einen
Lichtwellenleiter aus 50 Einzelfasern mit einem Durchmesser
von jeweils 100 µm in ein Spektrometer (Acton SP300i)
geleitet und mit einer hochempfindlichen EMCCD Kamera ( Andor
DU971UV - PDF-File) detektiert, die für diese Messaufgabe
von der Firma
L.O.T.-Oriel
zur Verfügung gestellt wurde. Zur Steigerung der Sensitivität
wurden die Fasern über einen Querschnittswandler in eine
lineare Anordnung umorientiert, die als Eingangsschlitz für
das Spektrometer fungierte.

Das eigentliche Teleskop hatte ein Sichtfeld
von nur 0.8°. Aus diesem Grund wurde zur Nachführung
der über den Himmel wandernden STARDUST-Kapsel ein Lichtverstärker
mit einem Sichtfeld von etwa 20° eingesetzt, dem ein Gitternetz
überlagert wurde, in dem das Sichtfeld des Teleskops
wiedergefunden werden konnte. [zurück
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Ergebnisse (werden laufend aktualisiert)
Wesentliche Aufgabe des SLIT Aufbaus
war die Messung der Emission der Plasmaschicht um die STARDUST
Kapsel herum im nahen UV-Bereich in möglichst hoher spektraler
Auflösung. Im Gegensatz zu den anderen bei der STARDUST
Beobachtung eingesetzten Verfahren hatte SLIT den Vorteil
eines festgelegten Wellenlängenbereichs und stellt damit
in gewisser Form Kalibrierdaten für die anderen Aufbauten
bereit. Dieser Vorteil wurde mit einer verminderten Sensitivität
sowie einem stark erhöhten Aufwand zur manuellen Nachführung
erkauft. Wie im Vorfeld erwartet konnte aufgrund des kleineren
Sichtfeldes des eigentlichen Teleskops kein kontinuierlicher
Verlauf der Strahlung während der gesamten Wiedereintrittsphase
ermittelt werden.
Im betrachteten Wellenlängenbereich
war die Emission dominiert durch die Strahlung von Molekülen
(N2+, N2, CN). Die nachfolgende Grafik zeigt ein noch nicht
Intensitäts kalibriertes Spektrum am Punkt der maximalen
Wärmelast. Zusätzlich zu den gemessenen Daten sind
zur Veranschaulichung der beobachteten Emission Simulationen
der Molekülstrahlung mit dem Programmpaket PARADE eingetragen.
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Ausblick
Es ist geplant, die Messdaten aller
teilnehmenden Wissenschaftler der gesamten Gruppe zugänglich
zu machen, um eine möglichst umfassende Auswertung dieses
wichtigen Wiedereintritts zu ermöglichen. Die gewonnenen
Messdaten werden im Sommer in einem Workshop mit den internationalen
Kollegen diskutiert werden. Mittelfristig erfordert die Nachfluganalyse
jedoch umfangreiche numerische
und experimentelle Untersuchungen, um die
spektralen Daten aus dem realen Wiedereintritt in konkrete
Vorhersagen bezüglich kommender hochenthalper Wiedereintritte
und Rückkehrmissionen umzusetzen. Dies soll unter anderem
im Rahmen einer Doktorarbeit erfolgen. [zurück
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Weiterführende Links
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