Übersicht
Das Hallionentriebwerk hat eine Zwischenstellung,
es gehört je nach Sichtweise entweder zu den magnetoplasmadynamischen
Antrieben oder zu den Ionentriebwerken. Das nachfolgende Bild
stellt ein Hallionenbeschleuniger schematisch dar.

Die Elektroden sind so angeordnet, daß
sich ein elektrisches Feld in z-Richtung ergibt. Durch eine
geeignete Anordnung von Magnetfeldspulen mit Eisenkern wird
ein möglichst radiales Magnetfeld erzeugt. Elektrisches
Feld und Magnetfeld stehen somit senkrecht aufeinander und
bewirken eine Gyrationsbewegung der Ladungsträger um
die Magnetfeldlinien und eine Driftbewegung des Plasmas in
azimutaler Richtung, sofern die Teilchen nur selten stoßen.
Die Elektronen gyrieren mit wesentlich höherer Frequenz
und bedeutend kleinerem Gyrationsradius als die Ionen auf
Grund des großen Massenunterschiedes. Daher ist es möglich,
die Gerätegeometrie und das Magnetfeld so zu dimensionieren,
daß die Elektronen innerhalb des Gerätes gyrieren
und "geschlossene" Driftbahnen beschreiben, die
Ionen aber nur einen äußerst geringen Teil ihrer
Gyrationsbahn zurücklegen, bevor sie das Gerät verlassen.
Die Ionen werden daher durch das Magnetfeld nur unwesentlich
beeinflußt, jedoch wie in einem Ionentriebwerk durch
das elektrische Feld beschleunigt.
Die gyrierenden Elektronen sorgen für
eine raumladungsfreie Beschleunigungsstrecke und wirken wie
ein Extraktionsgitter. Da bei diesem Gerät, wie bei anderen
IT, nur Ionen axial beschleunigt werden, müssen am Geräteende
Elektronen zur Neutralisation zugegeben werden. Das Plasma
muß nicht, wie in der Schemazeichnung dargestellt, durch
einen Lichtbogen erzeugt werden, es gibt auch die Möglichkeit,
ein Plasma zuzuführen, das durch eine Glimmentladung
oder Hochfrequenz erzeugt wurde.

Hallionentriebwerk SPT-100 des Moscow Aviation
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