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Universität Stuttgart

News-Archiv

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Juli 2010

Prof. Fasoulas übernimmt die Professur für Raumtransporttechnologie

Stefanos Fasoulas Am 1. Juli hat Prof. Dr.-Ing. Stefanos Fasoulas die seit dreieinhalb Jahren unbesetzte Professur für Raumtransporttechnologie übernommen.

Stefanos Fasoulas wurde am 13. Oktober 1964 in Thessaloniki, Griechenland, geboren und studierte zwischen 1984 und 1990 Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Bereits während seiner Promotion (1990 – 1995) am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart beschäftigte er sich umfassend mit der Charakterisierung der Prozesse, die beim Wiedereintritt von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre auftreten können. In den darauffolgenden Jahren (1995 – 1999) hat er am IRS unter anderem das Konzept für den Plasmawindkanal 3 (PWK3) entwickelt und diesen aufgebaut sowie im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 259 Hochtemperaturprobleme rückkehrfähiger Raumtransportsysteme die Betriebszustände des PWK1 des IRS charakterisiert. Zusätzlich hat Stefanos Fasoulas die Abteilung „Neue Technologien“ mit dem Schwerpunkt Gassensorik aufgebaut sowie diverse Weltraumexperimente auf verschiedenen Raumfahrtmissionen geleitet.

1999 folgte Stefanos Fasoulas einem Ruf auf die neu eingerichtete Professur für „Raumfahrtsysteme und Raumfahrtnutzung“ am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) der TU Dresden. Hier hat er unter anderem das Weltraumexperiment FIPEX (Flux (Phi) Probe Experiment), das seine Anfänge am IRS in Stuttgart nahm, weiterentwickelt und für den Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS qualifiziert (siehe Highlight Nr. 25, Februar 2008). Ab 2006 hat er außerdem als geschäftsführender Direktor die Leitung des ILR übernommen.

Seine Antrittsvorlesung an der Universität Stuttgart ist für den 9. Dezember 2010 im Rahmen der Vorlesungsreihe „Raumfahrt aus Leidenschaft“ geplant. Im Rahmen des Master – und Bachelor Studiengangs „Luft- und Raumfahrttechnik“ der Universität Stuttgart wird er ab dem Wintersemester 2010/11 die Lehraktivitäten des IRS auch mit neuen Beiträgen unterstützen.

Weitere Informationen bitte unter http://www.irs.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/fasoulas.html

ESA Direktor Prof. Volker Liebig wird zum Honorarprofessor
der Universität Stuttgart ernannt

Volker Liebig Bereits im Februar 2010, wurde Volker Liebig, ESA Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, zum Honorarprofessor der Universität Stuttgart ernannt. Schon seit acht Jahren lehrt Liebig an der Universität Stuttgart am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) über Satellitenprogramme zur Erderkundung und Telekommunikation und bringt somit seit Jahren praktische Erfahrungen aus der Welt der ESA in die akademische Welt von Stuttgart ein.

Liebig promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er begann seine Laufbahn in der Polarforschung. Nach einigen Jahren in leitender Position in der Raumfahrtindustrie, trat Liebig 1994 in die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) ein. 2000 wurde er zum Programmdirektor des Deutschen Raumfahrtprogramms beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ernannt, bevor er zur Europäischen Weltraumorganisation ESA wechselte, wo er seit 2004 als Direktor für Erdbeobachtungsprogramme tätig ist.

Weitere Infos unter: http://www.esa.int/esaCP/SEMQOEXEM4E_index_0.html

März 2010

Stuttgarter Studenten forschen im Weltraum

Zwei Studententeams aus Stuttgart wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewählt, auf der Forschungsrakete REXUS im März 2011 ihre Experimente mitfliegen zu lassen. Bis zu drei Minuten Schwerelosigkeit stehen EXPLORE hierbei zur Verfügung, um den Flüssigkeitstransfer zwischen Testkammern zu untersuchen. REMOS überwacht während des Wiedereintritts. die Ablation von Hitzeschutzmaterialien. Im Rahmen einer Trainingswoche im schwedischen Kiruna besuchten die Studierenden Anfang Februar 2010 das Esrange Space Center, von wo die Forschungsraketen gestartet werden. Neben detaillierten Einführungen in die Systeme der Rakete wurden hier auch die Entwürfe von Experten analysiert und in einem offiziellen Review für die nächsten Projektphasen freigegeben. Ein Meilenstein, den beide Teams erfolgreich meistern konnten.

EXperiment for Liquid On-orbit REfueling (EXPLORE)

Das Experiment EXPLORE simuliert einen Betankungsvorgang unter Schwerelosigkeit. Dies ist für viele Explorationsmissionen wichtig, die enorme Transportkapazitäten zu Zielen wie Mond und Mars aufbringen müssen. So ist Wiederbetankung von orbitalen Transferstufen auch als eine wichtige Technologie im Rahmen der neuen Schwerpunkte der amerikanischen NASA herausgehoben. EXPLORE wurde bereits im Herbst 2009 von den sechs Studierenden Christine Hill, Andreas Fink, Johannes Weppler, Robert Schelling, Emil Nathanson und Jürgen Schlutz der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart initiiert und wird von diesen im Laufe des Jahres 2010 realisiert.

Das Experiment wird in einem Nutzlastmodul der REXUS Rakete untergebracht sein und besteht aus der Betankungsanlage, der Steuerungs- und Aufzeichnungs¬elektronik sowie der strukturellen Befestigung. In der Betankungsanlage bedruckt ein zentraler Gas¬druck¬tank zwei gleiche Flüssigkeitstanks, von denen wiederum die Flüssigkeit über Massenflussregler und entsprechende Ventile und Leitungen in die sechs Testkammern geleitet wird. Das Geschwindigkeitsprofil der Strömung wird für jede Kammer variiert, um optimale Bedingungen zu identifizieren und maximale Füllstände zu erreichen. Dabei muss eine Trennung zwischen der flüssigen und gasförmigen Phase in der Testkammer erreicht werden, um den wertvollen Treibstoff nicht zu verschwenden. Die Elektronik besteht aus einem Mikrocontroller, der zum Einen die Regler und Ventile der Betankungsanlage steuert, zum Anderen aber auch die Sensordaten erfasst und speichert. Im Verlauf des Experiments werden Druck-, Temperatur- und Video-Bilddaten aufgezeichnet, die den Befüllungsvorgang charakterisieren.

EXPLORE arbeitet in erster Linie mit einfachen Komponenten und Mitteln, um ein komplexes Experiment zu verwirklichen. Hierzu zählt nicht nur die eigentliche Funktionalität des Aufbaus und der Elektronik, aber auch die Qualifizierung des ganzen Experiments für den Flug. Vibrationen beim Start, Vakuum im Flug und extreme Temperaturen von etwa -30°C im Norden Schwedens sind nur einige der Herausforderungen, die das Team in den nächsten Monaten in Ihrem Entwurf berücksichtigen und in der Umsetzung nachweisen müssen. Das IRS unterstützt dabei mit seiner Expertise und Testeinrichtungen.

REcession MOnitoring System (REMOS)

REMOS ist ein Experiment zur Flugerprobung eines Systems, das den Zustand von Hitzeschilden zukünftiger Raumkapseln überwachen kann. Ziel ist es, während des Wiedereintritts – das heißt dann, wenn das Hitzeschild nach und nach abbrennt und verglüht (ablatiert) - den Verlauf der Ablation aufzuzeichnen. Ein Einsatzgebiet wäre zum Beispiel das derzeit in Europa projektierte Hitzeschutzsystem für das ATV. Das Team besteht aus den Stuttgarter Studierenden Salome Schweikle, Robert Wuseni, Serina Latzko, Alena Probst und Christian Blank.

REMOS wird in der Nasenspitze der REXUS Rakete fliegen und nach dem Abwurf der Nasenkappe direkt der Umgebung ausgesetzt sein. Wenn die Rakete wieder in die dichtere Erdatmosphäre eintritt, wird eine Materialprobe, in die die Sensoren integriert sind, der Strömung ausgesetzt. Durch die steigenden thermischen Lasten ablatiert sie nach und nach. REMOS zeichnet ständig die sich ändernden elektrischen Eigenschaften auf und schickt sie zusammen mit Videomaterial an die Bodenstation der Studenten. Die so gewonnenen Daten sollen dazu dienen, zukünftige Thermalschutzsysteme besser an die extremen Umweltbedingungen anzupassen. Sie müssen derzeit mit sehr hohen Sicherheitsreserven ausgelegt werden, da über ihr genaues Abbrandverhalten nur sehr wenig bekannt ist und Simulationen nur schwer durchführbar sind. Mit REMOS könnte bei einer Vielzahl von Flügen eine Datenbasis aus realen Missionen erzeugt und mit weiteren Messdaten kombiniert werden.
Dieses detaillierte Wissen über das Verhalten ablativer Hitzeschilde während des Wiedereintritts ist überaus wertvoll für deren Entwicklung und Verbesserung. Es hilft, Gewicht einzusparen, Kosten zu senken und die Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Das Experiment besteht aus dem Überwachungssystem, das sich in einer zylindrischen Box auf dem Nasenadapter der Rakete befindet. Daran ist ein Mast mit der eigentlichen Probe und den Sensoren befestigt. Bis Juni erfolgt das detaillierte Design bevor dann bis November die Montage und Tests folgen. Dabei wird das Team vom DLR in Stuttgart sowohl finanziell als auch fachlich – besonders durch Hannah Böhrk - unterstützt. An der Uni Stuttgart stellen das IRS und das ITLR Einrichtungen zur Verfügung.

Das REXUS/BEXUS Programm

Das REXUS/BEXUS Programm ermöglicht Studierenden von Universitäten und höheren Bildungseinrichtungen in Europa wissenschaftliche und technologische Experimente auf Forschungsballons und -raketen zu fliegen. Jedes Jahr starten je zwei Raketen und Ballons, die insgesamt bis zu 20 Experimente tragen, jedes Einzelne entworfen und gebaut von Studententeams.

  • REXUS Experimente werden auf einer ungesteuerten, spin-stabilisierten Rakete gestartet, die von einem verbesserten Orion Motor mit 290 kg Festtreibstoff angetrieben wird. Sie kann bis zu 40 kg an Experimentmodulen in eine Höhe von 100 km bringen. Die Rakete hat eine Länge von etwa 5,6 m und einen Durchmesser von 35,6 cm.
  • BEXUS Experimente werden von einem Höhenforschungsballon mit einem Volumen von 12 000 m³ auf eine Maximalhöhe von 35 km getragen, abhängig von der absoluten Experimentmasse (40-100 kg). Der Flug dauert zwischen 2 und 5 Stunden.
Das REXUS/BEXUS Programm wird in einem bilateralen Abkommen zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Swedish National Space Board (SNSB) realisiert. Der schwedische Nutzlastanteil wird dabei über eine Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) Studierenden aus anderen Europäischen Ländern zugänglich gemacht. EuroLaunch, eine Kooperation zwischen dem Esrange Space Center der Swedish Space Corporation (SSC) und der Mobilen Raketenbasis (MORABA) des DLR, ist für das Management der Kampagne sowie für den Betrieb der Fahrzeuge verantwortlich. Experten der ESA, des SSC und des DLR leisten technische Unterstützung für die Studententeams im Projektverlauf.

Mehr über das REXUS/BEXUS programm ist auf der REXUS/BEXUS Projektseite zu finden: www.rexusbexus.net

Kontakt und weitere Informationen:
EXPLORE
IRS, Universität Stuttgart
http://www.explore-rexus.de    
info@explore-rexus.de
REMOS
DLR Institut für Bauweisen und Konstruktionsforschung
http://www.remos-stuttgart.de
kontakt@remos-stuttgart.de

Bilder

EXPLORE

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Die stilisierte Bilderserie des EXPLORE Logos zeigt eine Rakete für die Raumtransportsysteme zur Erforschung ferner Planeten. Wiederbetankung steht zwischen den beiden, EXPLORE ist Ziel und Lösung zugleich (Bild: EXPLORE) Das EXPLORE Team (v.l.n.r): Johannes Weppler, Christine Hill, Andreas Fink, Emil Nathanson, Robert Schelling, Jürgen Schlutz (Bild: EXPLORE) Andreas Fink und Johannes Weppler inspizieren das REXUS Experimentmodul für den mechanischen Einbau von EXPLORE (Bild: EXPLORE) 3D-Ansicht des EXPLORE Aufbaus (Bild: EXPLORE)

REMOS

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Das REMOS Logo mit der Probe während des Wiedereintritts und den Teammitgliedern (Bild: REMOS) REMOS montiert auf den Nasenadapter der REXUS Rakete (Bild: REMOS) Aufbau der Probe mit dem Ablatormaterial (schwarz) und den integrierten Sensoren (Bild: REMOS) Das REMOS Team in Kiruna: Robert Wuseni, Salome Schweikle, Christian Blank und Alena Probst (v.l.n.r). nicht auf dem Bild: Serina Latzko (Bild: REMOS)

REXUS

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Forschungsrakete REXUS auf der Startrampe (Bild: DLR) REXUS Start vom Esrange Space Center in Kiruna, Schweden (Bild: DLR)




Oktober 2009:

Ringvorlesung "Kepler und das Weltbild des modernen Menschen" geht online:
Johannes Kepler – Schwarze Löcher und andere Sonnensysteme
von Prof. Hans-Peter Röser

Die Ringvorlesung "Kepler und das Weltbild des modernen Menschen", die das Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforum (IZKT) der Universität Stuttgart und die Stadtbücherei Stuttgart als gemeinsame Aktion im Rahmen des Internationalen Jahr der Astronomie (IYA) im Sommersemester 2009 gestartet haben, wird im Wintersemester 2009/10 weiter fort gesetzt. Rechtzeitig zum Vorlesungsbeginn geht der Eröffnungsbeitrag (27. April 2009) von Prof. Hans-Peter Röser vom IRS zum Thema "Johannes Kepler - Schwarze Löcher und andere Sonnensysteme" (pdf, 4Mb) online. Prof. Röser hat darin vor allem die Auswirkungen von Keplers Bahn brechenden Berechnungen für die moderne Astronomie erläutert, die dieser 1609 in der Astronomia Nova veröffentlichte.

Links:
Keplervortrag_Roe_Homepage.pdf (4Mb)
http://www.izkt.de/index.php/cat/71
http://www.astronomie2009.de/




Juni 2009:

Stefan Schlechtriem übernimmt die Professur für
Chemische Raumfahrtantriebe

Am 6. Juni 2009 hat Prof. Dr. Stefan Schlechtriem die neu eingerichtete Professur für Chemische Raumfahrtantriebe am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) übernommen. Die Berufung von Herrn Schlechtriem erfolgte in einem gemeinsamen Verfahren mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das ihn zum 1. April 2009 zum Direktor des Instituts für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen eingesetzt hat.

Validierung ist unverzichtbar für die Sicherheit

Nach dem Studium des Maschinenbaus und der Promotion am Lehrstuhl für Mechanik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) war Herr Schlechtriem zuletzt als Projektleiter bei Alstom Power Schweiz für das Turbinenentwicklungsprogramm für eine neue Gasturbine verantwortlich. Diese Turbine wird in modernen großen Gaskombikraftwerken Anwendung finden. Zuvor arbeitete Herr Schlechtriem bei Rolls-Royce Deutschland und entwickelte dort den Hochdruckverdichter für das Flugtriebwerk des Airbus A340. Ein wesentlicher Bestandteil seiner bisherigen Arbeit sowohl in der Kraftwerks- als auch in der Luftfahrtindustrie war immer die Validierung der am "Zeichenbrett" entwickelten Komponenten.
Herr Schlechtriem ist der festen Überzeugung, dass eine sorgfältige Validierung von Triebwerkskomponenten, insbesondere in der Raumfahrt, einen unverzichtbaren Beitrag für die Zuverlässigkeit und den Erfolg derzeitiger und vor allem auch zukünftiger Trägersysteme leisten wird. Im Hinblick auf einen praktischen Nachweis der notwendigen Sicherheit für die bemannte Raumfahrt wird besonders die Validierung von Antriebssystemen an den Großprüfständen zukünftig eine immer größere Rolle übernehmen.

Einzigartige Prüfstände in Lampoldshausen

In seiner Antrittsvorlesung zu Beginn des kommenden Wintersemesters zum Thema "Chemische Raketenantriebe für die europäische Raumfahrt – von der Spezifikation bis zur Qualifikation" wird Herr Schlechtriem auch die Bedeutung der in Europa einzigartigen Infrastruktur des DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen hervorheben. So finden dort zukünftig im Rahmen der weiteren Nutzlaststeigerung der Ariane 5 auch Entwicklungstests des neuen leistungsstärkeren Oberstufentriebwerks Vinci auf dem Höhensimulationsprüfstand P4.1 statt.

Ab dem nächsten Wintersemester wird Herr Schlechtriem dann auch die Vorlesung "Chemische Antriebe" des Studiengangs – Luft- und Raumfahrt übernehmen und den Studierenden unter anderem die Funktionsweise chemischer Raketenantriebe und Treibstoffe sowie deren Bauarten und Düsenströmung erläutern. Im Weiteren wird er detailliert auf die Flüssigkeitsraketentriebwerke und deren Verbrennungsprozesse eingehen und verschiedene Prüfstände für Raketentriebwerke vorstellen.

Weitere Infos unter
http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-30/6336_read-16956/

Kontakt
Anja Seufert (email) Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation Lampoldshausen
Tel.: +49 6298 28-201
oder
Dr. Dörte Mehlert (email)
Institut für Raumfahrtsysteme
Tel.: 0711 – 685 - 69632




Dezember 2008

Weltraumantrieb des IRS fliegt ins Land der Ideen – Aus der Bratpfanne ins All


Wissenschaftler des IRS haben zusammen mit der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH das fortschrittliche Treibstofffördersystem für den Marschantrieb des Stuttgarter Mondsatelliten BW1 entwickelt. Bereits 2006 wurden Dr. Michael Schlipf von der Firma ElringKlinger sowie Dr.-Ing. Georg Herdrich und seine damalige Kollegin Dipl.-Ing. Anuscheh Nawaz, beide IRS, für das Konzept mit dem zweiten Preis bei den DuPont Plunkett Awards ausgezeichnet. Die Jury der Bundesinitiative "Deutschland- Land der Ideen" war von diesem Konzept beeindruckt und hat ElringKlinger und das IRS nun am 20.11.2008 in einem offiziellen Festakt in Bietigheim-Bissingen geehrt.

Satelliten haben zahlreiche Anwendungen: Sie ermöglichen Navigationsgeräte, Beobachten unsere Erde, übertragen Informationen und Fernsehprogramme. Zur Regelung ihrer Flugbahn und Ausrichtung werden diese Satelliten mit Triebwerken versehen. Am IRS werden solche Triebwerke bereits seit vielen Jahren entwickelt. Mit Unterstützung der Firma ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH aus Bietigheim-Bissingen entwickelte das IRS ein Treibstofffördersystem für einen Festtreibstoff, der normalerweise verhindert, dass die Spiegeleier in der Pfanne kleben bleiben: Teflon®. Dieses Antihaftmittel erfüllt die Anforderungen an einen Satellitentreibstoff perfekt. Es ist einfach lagerbar, lässt sich auf den Millimeterbruchteil genau in Form bringen und enthält keine inneren Material-spannungen die unter den unwirtlichen Bedingungen des Weltalls zum verklemmen des Systems führen würden. Aufgrund der hohen Dichte ist es möglich, auch für Langzeitmissionen, wie etwa den geplanten Flug des Satelliten BW1 zum Mond, genug Treibstoff auf engstem Raum zu lagern.

"Wir fühlen uns sehr geehrt, dass die Initiative "Land der Ideen" uns ausgewählt hat und sind gespannt wie sich unser Antriebskonzept in der Praxis bewähren wird", freut sich Georg Herdrich.

Kontakt:

Dr.-Ing. Georg Herdrich
Email: hier klicken
Tel.: 0711 685 62412

Bilder:
v.l.n.r.:
Claus-Peter Keller, Market Segment Leader Fluoropolymer Solutions, DuPont
Dr.-Ing. Georg Herdrich, Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart
Martin Brück, Globale Markt- und Produktleitung Fluoropolymer Solutions, DuPont
Dr. Michael Schlipf, Leiter Forschung und Entwicklung der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH;
v.l.n.r.:
Friedrich Stähler, Vorsitzender der Geschäftsleitung Region Württemberg der Deutsche Bank AG
Dr.-Ing. Georg Herdrich, Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart
Heinrich Schramm, Geschäftsführer der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
Dr. Michael Schlipf, Leiter Forschung und Entwicklung der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
Dr. Stefan Wolf Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG
Aufbau des I-MPD Triebwerks, wie es auf der Mondmission BW1 verwendet werden soll Ingenieurmodell des I-MPD Triebwerks



Juli 2008

Space Station Design Workshop 2008!


Der Space Station Design Workshop (SSDW) des IRS findet dieses Jahr vom 13 bis 18 Juli am Forschungs- und Technologiezentrum der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA), ESTEC, in Noordwijk, Niederlande, statt.

Der SSDW bietet die Möglichkeit des interdisziplinären Entwurfs von Raumstationen und anderer Infrastruktur im Weltraum, insbesondere in Hinblick auf die bemannte Exploration des Sonnensystems im Erde-Mond-Mars Bereich. Der Workshop führt Studenten an den konzeptionellen Entwurf eines bemannten Raumfahrtsystems in einem multinationalen und interaktivem Team heran.

Zwei Teams stehen im Wettbewerb um die optimale Erfüllung eines Missionsszenarios, welches am Anfang des Workshops gestellt wird. Im SSDW werden realistische Arbeitsbedingungen geschaffen, unter denen die Teilnehmer als Raumfahrtingenieure arbeiten. Zudem müssen sie sich auch mit anderen raumfahrtrelevanten Gebieten, wie Architektur, Ökonomie und Weltraumrecht sowie mit Projekt- und Teammanagement befassen. Im Workshop kommen fortschrittliche Entwurfsmethodologien und Software-Werkzeuge zum Einsatz. Die Studenten erhalten Anleitung und Beratung von den Betreuern des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart und haben außerdem die Möglichkeit sich mit ESA-Experten vor Ort auszutauschen.

Wer kann teilnehmen?

Bewerben können sich Studenten im Hauptdiplom (oder äquivalent) aus den ESA-Mitgliedsstaaten*. Angesprochen werden insbesondere Studenten kurz vor dem Studiumsabschluss in den Ingenieurwissenschaften (Raumfahrt, Maschinenbau, Elektrotechnik, etc.), aber auch Studenten aus anderen relevanten Disziplinen für den Entwurf einer Explorationsmission sind willkommen.

Voraussetzung für eine Bewerbung sind sehr gute Englischkenntnisse, ein Interesse an der bemannten Raumfahrt sowie die Fähigkeit in einem internationalen Team zu kommunizieren und arbeiten.

Wie bewerben?

  • Ausfüllen des Bewerbungsformulars inklusive eines Motivationsschreiben
  • Empfehlungsschreiben eines Professors beilegen;
  • Kopie des Lebenslaufs, des aktuellsten Zeungnis und Studiennachweis (im .doc oder .pdf Format).
Bewerbungsschluß ist der 23. Mai 2008. Aus den Bewerbungen werden etwa 30 Studenten ausgewählt. Die Auswahlkriterien richten sich nach dem Lebenslauf und dem Motivationsschreiben. Das Motivationsschreiben sollte zeigen:
  • Mit welchen Qualifikationen/Expertisen zum Entwurfsteam beigetragen werden kann
  • Das persönliche Interesse an der Teilnahme am SSDW, insbesondere die Vorteile in Bezug auf das Studium.

Die ausgewählten Bewerber werden spätestens bis zum 2. Juni 2008 informiert und bekommen das endgültige Programm mit Details zur Agenda, Registrierung und Unterbringung zugeschickt.

Finanzierung

Den Teilnehmern werden die Reisekosten von der ESA erstattet (basierend auf einem landesabhängigen Betrag, der noch auf der Registration Site angezeigt wird). Das Reisearrangement muss von den Studierenden selbst vorgenommen werden. Die Kosten für die Unterkunft in Noordwijk (Mehrbettzimmer) und für die tägliche Fahrt zu und von ESTEC werden von der ESA übernommen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, das Kosten für im Reisearrangement enthaltene medizinische oder andere Versicherungen nicht von der ESA erstattet werden.

Mehr Information

Für mehr Informationen über den Space Station Design Workshop, besuchen Sie bitte die SSDW Homepage:

http://www.irs.uni-stuttgart.de/SSDW

Falls Sie noch Fragen zum SSDW, der Organisation oder zum Entwurf von Raumfahrtmission im Allgemeinen haben, zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren:

Zur Mailadresse geht es hier

(*) ESA Mitgliedsstaaten sind: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz

Bilder:



April 2008

Yuri’s Night 2008 – die World Space Party am 12. April in Stuttgart

Am 12. April 2008 findet zum zweiten Mal die Yuri's Night in Stuttgart Skybar statt und verbindet damit Deutschland mit der Welt. Wie bei der ersten Veranstaltung dieser Art im letzten Jahr können sich Raumfahrtfans und interessierte Laien hier aus erster Hand über aktuelle Raumfahrtprojekte informieren und den Beginn des Raumfahrtzeitalters vor 47 Jahren unter dem Sternenhimmel feiern.

Yuri's Night Stuttgart 2008

Die SkyBar auf dem obersten Parkdeck des Galeria Kaufhof-Parkhauses Die SkyBar auf dem obersten Parkdeck des Galeria Kaufhof-Parkhauses

Ausrichter wird wie im letzten Jahr die SkyBar Stuttgart sein. Bei der atemberaubenden Aussicht "always on top" soll auf der Dachterasse der Stuttgarter Skybar (im Sommer SkyBeach) unter dem Sternenhimmel und über den Dächern Stuttgarts gefeiert werden. Bereits ab 14:00 Uhr wird eine Raumfahrtausstellung über aktuellste Projekte informieren und Raumfahrt erlebbar machen. Kleine Besucher können einfache Raketenbausätze basteln.
Parallel öffnet am späten Nachmittag auch das Planetarium seine Pforten und bietet nur wenige Gehminuten von der SkyBar ein besonderes Highlight: Ernst Messerschmid, Space Shuttle Astronaut und Professor an der Universität Stuttgart, spricht über Arbeiten und Forschen in der Schwerelosigkeit und über die nächsten Ziele der bemannten Raumfahrt. Außerdem lädt er dazu ein, sich in einem aufregenden 3D-Film in die Raumstation ISS zu versetzen und das Leben der Astronauten hautnah zu begleiten (begrenzte Plätze, bitte anmelden!).
Wenn es allerdings dunkel wird und sich die funkelnden Sterne zeigen, startet die Yuri's Night in der SkyBar erst richtig durch. Die World Space Party bietet coole Drinks, Live-DJs und einen erstklassigen Blick über Stuttgart. Wer aber zu den Sternen schauen möchte, für den bieten auch Teleskope die Möglichkeit, unsere Nachbarplaneten unter die Lupe zu nehmen.

Die Yuri's Night Stuttgart 2008 im Überblick:

Samstag, 12. April 2008
Ab 14:00 Raumfahrtausstellung und Raumfahrt erleben in der SkyBar:
Modelle, Poster, Infomaterial, Einführungsvorträge, Raketenmodellbau und mehr...

Parallel
ab 16 Uhr im
Planetarium:
3D Film zur Internationalen Raumstation ISS
Vortrag zur bemannten Weltraumerkundung von Astronaut Ernst Messerschmid (bitte Anmelden unter www.yurisnight.de)

Ab 20:00 World Space Party in der SkyBar

Orte: SkyBar Stuttgart (Oberstes Parkdeck D2 des Galeria Kaufhof-Parkhauses, Königstr. 6)
Planetarium Stuttgart (Mittlerer Schlossgarten)

Yuri's Night Logo

GEWINNSPIEL: Hauptpreis ist ein Parabelflug in Russland!

Weitere Informationen, aktuelle Neuigkeiten und Anmeldung zur Yuri’s Night 2008 in Stuttgart finden sich selbstverständlich auch im Internet unter www.yurisnight.de

Kontakt:
Jürgen Schlutz
IRS, Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 31, 70569 Stuttgart
Tel.: 0179 / 7903379, Mail: bitte hier klicken

Was ist Yuri’s Night?

Yuri's Night ist die weltweite Feier des Beginns des Raumfahrtzeitalters. Jedes Jahr am 12. April vereint sich die junge Generation auf der ganzen Welt zu einer großen Party mit Musik, Kunst und Tanz, um die Faszination des Weltraums zu teilen.

Kosmonaut Yuri Gagarin Kosmonaut Yuri Gagarin
Am 12. April 1961 umrundete Juri Gagarin als erster Mensch in seinem Raumschiff Wostok 1 einmal die Erde. Mit seinem legendären Flug öffnete er der Menschheit das Tor zum Kosmos und sicherte sich einen unsterblichen Platz in der planetaren Entwicklungsgeschichte. Gagarin folgten bislang 450 Erdlinge aus fast 30 Ländern ins All, davon 46 Frauen (Stand: 2.4.2007): Die Aufenthaltsdauer des Menschen im Weltraum konnte von einer Stunde (1961, Juri Gagarin) auf 438 Tage (1994/95, Waleri Poljakow) gesteigert werden. Genau 20 Jahre später, am 12. April 1981, startete auch das amerikanische Space Shuttle zu seinem ersten Flug, STS-1. Yuri's Night ist ein Tribut an die bisherigen Leistungen und Erfolge der internationalen Raumfahrt.
Der Jahrestag des Gagarin-Fluges wurde erstmals 1962 in der Sowjetunion gefeiert. Das neue Russland hat diese Tradition fortgeführt. Alljährlich am 12. April begehen die Kosmos-Pioniere ihren "Tag der Raumfahrt" . Aus dem staatlichen Gedenk- und Feiertag eines Landes wurde mittlerweile ein weltweiter Event: 2001 fand sich unter der Koordination von Loretta Hidalgo-Whitesides und George Whitesides eine kleine Gruppe junger Menschen in einem Projekt des Space Generation Advisory Council (SGAC) zusammen, um zur ersten World Space Party aufzurufen. Ob im privaten Wohnzimmer, in einem coolen Nachtclub oder in einem renommierten Wissenschaftsinstitut, die Ausprägungen der Veranstaltungen sind so verschieden wie die Menschen, die sie organisieren. Bereits im ersten Jahr registrierten sich 64 Städte in 29 Ländern. Und von diesem Geist lebt die Yuri's Night auch heute noch. 2007 feierten 126 Veranstaltungen auf sechs Kontinenten Yuri's Night, erstmals wurde auch der virtuelle Raum miteinbezogen, auf der Party in Second Life. Die individuellen Veranstaltungen variierten von einer großen Tanz-Party in Los Angeles mit mehr als 1500 Leuten über einen symbolischen Toast in einer Forschungsstation am Südpol bis hin zu einem Picknick unter der Kirschblüte in Japan. Aber egal wie und wo gefeiert wird: Für eine Nacht vereinigt die Yuri's Night Raketenwissenschaftler, Musikliebhaber, Studierende, und viele Andere für ein gemeinsames Interesse: den Weltraum! Und auch die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS haben bereits mitgefeiert.

Eine globale Veranstaltung

Übersicht der Yuri's Night Parties Übersicht der Yuri's Night Parties

Yuri's Night 2006 in L.A Yuri's Night 2006 in L.A

Das berühmte Zitat Yuri Gagarins bleibt unvergessen: "Circling the Earth in my orbital spaceship I marveled at the beauty of our planet. People of the world, let us safeguard and enhance this beauty – not destroy it!"
"Wenn Raumfahrer die Erde umkreisen, sehen sie keine Grenzen, nur einen Planeten und eine Menschheit. Das ist die Perspektive, die wir mit den Menschen teilen wollen", so Jürgen Schlutz, Mitarbeiter am Institut für Raumfahrtsysteme und Initiator der Stuttgarter Veranstaltung.
Ziel der Yuri‘s Night ist es, junge Leute rund um den Globus zu inspirieren, die Eroberung des Weltraums zu feiern und die Zukunft der Erde und des Weltraums zu gestalten. Sie führt interessierte Laien und Raumfahrtexperten zusammen, und macht damit den Aufbruch ins All etwas erreichbarer für jeden. Yuri’s Night erreicht und fördert aber auch massive öffentliche Aufmerksamkeit für die Raumfahrt in den letzten Jahren. Es ist ein globaler Event geworden, der Medienberichterstattung vieler lokaler, nationaler und internationaler Netzwerke anzieht.

World Space Party in Deutschland

"Stuttgart hat die größte Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik in Europa, und damit sehr viele raumfahrt-interessierte junge Menschen genauso wie fachliche Einrichtungen und Experten. Was liegt da näher, als die World Space Party nach Deutschland und insbesondere nach Stuttgart zu holen.", so Jürgen Schlutz. Nur einige kleinere Veranstaltungen hatte Deutschland in den ersten Jahren der globalen Aufrufe zu verzeichnen, das Gros der Parties fand ganz klar in den USA statt, wo sich auch NASA Zentren wiederholt an der Ausrichtung beteiligen. Doch Deutschland ist in der Raumfahrt durchaus präsent: es ist einer der größten Partner in der europäischen Raumfahrtagentur ESA und an vielen internationalen Projekten maßgeblich beteiligt, so z.B. hauptverantwortlich für den Bau der europäischen Forschungsmoduls Columbus, das am 7. Februar 2008 mit dem Space Shuttle zur Internationalen Raumstation startete und diese maßgeblich in ihren Nutzungsmöglichkeiten erweitern wird.
2007 lud die SkyBar Stuttgart zum ersten Mal zur World Space Party, und konnte sofort über 300 Besucher verzeichnen. Unterstützt von der Universität Stuttgart, der ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der DGLR und zahlreichen weiteren Partnern war die Veranstaltung ein großer Erfolg, und machte natürlich hungrig auf mehr!



Januar 2008

Meteorbeobachtungen in 13 km Höhe

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In der Nacht vom 3. zum 4. Januar 2008 nahmen Dr. Jürgen Wolf (IRS / DSI, Moffett Field, Kalifornien) und Karsten Schindler (TU-Dresden, z.Zt. am DSI in USA) an der Quadrantid Multi-Instrument Aircraft Campaign (MAC) teil, um den gleichnamigen Meteorschauer an Board einer Gulfstream GV zu beobachten. Unter der Leitung von Principal Investigator Dr. Peter Jenniskens (SETI Institute, Mountain View, Kalifornien) startete die Maschine um 17:30 Ortzeit in San Jose, Kalifornien zu einem achtstündigen Beobachtungsflug.

Die Flugroute war so gewählt, dass für ca. 7 Stunden Dunkelheit herrschte und der Radiant des Quadrantidenstroms über dem Beobachtungshorizont stand. Sie führte auf eine geographische Breite von etwas mehr als 70 Grad im hohen Norden Kanadas. Dabei entstanden die zahlreichsten und qualitativ hochwertigsten Aufnahmen und Spektren, die je von diesem Himmelsspektakel gewonnen werden konnten. Fast 850 Meteore konnten die 14 Astronomen während ihres Fluges beobachten. Attraktive Kulisse lieferte die Aktivität der Sonne nahe dem nördlichen Umkehrpunkt der Mission in Form eines fast den ganzen Sichtkreis umschließenden Nordlichtes.

Der Radiant des Quadrantiden Schauers liegt in der nördlichen Hemisphäre im Sternbild Quadrans Muralis, einer heute ungebräuchlichen Konstellation zwischen Boötes und Ursa Major. Der Schauer tritt regelmäßig zwischen dem 1. und 5. Januar auf. Wegen der üblicherweise schlechten Beobachtungsbedingungen zu dieser Jahreszeit und der Tatsache, dass die Hauptaktivität (100 Meteoriten / Stunde) des Schauers nur wenige Stunden andauert und deren Zeitpunkt nur mit Unsicherheit vorhersagbar war, gab es bislang nur wenige verwertbare Beobachtungsdaten. Der Ursprung der Quadrantiden ist vermutlich der Asteroid 2003 EH1, welcher möglicherweise ein Fragment des zerfallenen Kometen C/1490 Y1 darstellt und bereits vor 500 Jahren von chinesischen, japanischen und koreanischen Astronomen beobachtet wurde.

Erste vorläufige Ergebnisse der diesjährigen erfolgreichen Beobachtungskampagne deuten darauf hin, dass die Aktivitätsspitze zum gleichen Zeitpunkt stattfand wie im Jahr 1997, als die Quadrantiden das letzte Mal gut beobachtet werden konnten. „Dies würde bedeuten, dass der Peak des Meteoritenschauers stabiler als bislang angenommen ist“, freut sich Peter Jenniskens.

Neben der Beobachtung und Aufzeichnung der Meteore war für das Team des DSI der Einsatz der CCD Kameras in Flughöhen um 13 000 m interessant, konnten sie so doch das Verhalten der Sensoren in SOFIA Flughöhe studieren, insbesondere bzgl. der Anzahl von Treffern hochenergetischer Strahlung und Teilchen.

Weitere Informationen und Bilder zur Mission gibt es unter folgender Adresse:
http://quadrantid.seti.org/


Karsten Schindler vor der Gulfstream V, die startklar auf dem Mineta San Jose International Airport steht.
Von links nach rechts: Danielle Townsend, Ron Dantowitz, Jim Albers (stehend), Robin Gray, Mike Koop, Jeremie Vaubaillon, Mike Wilson, Jason Hatton, David Nugent, Peter Jenniskens, Juergen Wolf, Karsten Schindler, and David Holman. Nicht auf dem Bild: Rick Rairden
Jürgen Wolf mit den zwei CCD Kameras, die zur Aufnahme der Bilder und Spektren eingesetzt wurden.
Der Flug führte von der San Francisco Bay bis über den Polarkreis und zurück
Helle Nordlichter umgaben das Beobachtungsflugzeug nahe dem nördlichen Umkehrpunkt der Mission. Sie bildeten eine spektakuläre Kulisse zum Meteorstrom der Quadrantiden.
Weiter südlich gibt es keine Nordlichter mehr, die ersten Lichter nordkanadischer Städte werden sichtbar.


September 2007

Vom All in den Alltag - Labor und Marktplatz

Am 1. Oktober 2007 wird das neue Buch von Prof. Dr. Ernst Messerschmid, das er gemeinsam mit seinem Kollegen Berndt Feuerbacher geschrieben hat, im Motorbuch-Verlag erscheinen (ISBN 978-3-613-02785-5; Preis: € 39,90).

Inhalt:
50 Jahre Raumfahrt haben unser Weltbild verändert. Die Ergebnisse nehmen immer mehr Einfluss auf unser tägliches Leben. Während die frühen Raumflüge hauptsächlich demonstrativer Natur waren, werden heute vielfältige Programme mit wissenschaftlicher oder technologischer Zielsetzung in internationaler Kooperation durchgeführt. Kommerziell interessante Missionen werden von privater Hand finanziert. Der Weltraum wird zu einem wissenschaftlichen Labor, einem Markt- und Arbeitsplatz. Dieses Buch beschreibt aktuelle Ergebnisse der Raumfahrt und entwickelt Perspektiven für die Zukunft. Die komplexen wissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge werden so erklärt, dass sie auch ohne fachliche Vorbildung verständlich werden. Gleichwohl ist der Inhalt auch für Fachleute interessant, da aktuelle Forschungsgebiete aufgegriffen und Trends sowie neue Anwendungsbereiche diskutiert werden. Die gesamte Breite der multidisziplinären Weltraumnutzung wird in übersichtlicher Weise erfasst.
(Titelblatt - pdf)
(Inhaltsverzeichnis - pdf)

Die Autoren:
Prof. Dr. Berndt Feuerbacher ist seit über 30 Jahren in der Raumfahrt aktiv. Er forschte an Mondmaterial der Apollo-Missionen und führte als Direktor des Instituts für Raumsimulation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wissenschaftliche Experimente in Weltraumlabors (Spacelab), auf Satelliten und Raumsonden durch. Neben mehr als 180 Fachveröffentlichungen hat er zahlreiche Bücher verfasst. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Forschung unter Schwerelosigkeit sowie Untersuchungen an Kometen und Planeten. Seit 2007 baut er in Bremen das neue Institut für Raumfahrtsysteme im DLR auf.

Prof. Dr. Ernst Messerschmid war 1985 als Wissenschaftsastronaut mit der amerikanischen Raumfähre Challenger im All und hat an Bord von D1-Spacelab zahlreiche Experimente durchgeführt. Bis zum Jahr 2000 war er Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Von 2000 bis 2005 leitete er das Astronautenzentrum der europäischen Raumfahrtagentur ESA und kehrte danach als Professor an die Universität Stuttgart zurück. Seit 25 Jahren entwickelt er Experimente und Technologien, die an Bord von Raumstationen oder mit Satelliten erprobt werden. Seine gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte liegen bei der Architektur von Raumstationen, rückkehrfähigen Transportsystemen und planetaren Transferfahrzeugen.

Weitere Buchveröffentlichungen von Prof. Dr. Ernst Messerschmid finden Sie unter: http://www.irs.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/messerschmid.html#veröffentlichungen



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